Die wer­den­de Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist in der Ent­ste­hungs­pha­se einer Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft jeden­falls im Innen­ver­hält­nis zwi­schen dem tei­len­den Eigen­tü­mer und den Erst­erwer­bern eine vor­ver­la­ger­te Anwen­dung des Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­set­zes gebo­ten, sobald die Käu­fer eine recht­lich ver­fes­tig­te Erwerbs­po­si­ti­on besit­zen und infol­ge des ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Über­gangs der Las­ten und Nut­zun­gen der Woh­nung ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­an haben, die mit dem Woh­nungs­ei­gen­tum ver­bun­de­nen Mit­wir­kungs­rech­te an der Ver­wal­tung der Woh­nungs­an­la­ge vor­zei­tig aus­zu­üben.

Die wer­den­de Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft

Bei­des ist anzu­neh­men, wenn ein wirk­sa­mer, auf die Über­eig­nung von Woh­nungs­ei­gen­tum gerich­te­ter Erwerbs­ver­trag vor­liegt, der Über­eig­nungs­an­spruch durch eine Auf­las­sungs­vor­mer­kung gesi­chert ist und der Besitz an der Woh­nung auf den Erwer­ber über­ge­gan­gen ist.

Infol­ge­des­sen kann der wer­den­de Woh­nungs­ei­gen­tü­mer einer­seits die Mit­wir­kungs­rech­te aus­üben.

Ande­rer­seits hat nur er gemäß § 16 Abs. 2 WEG die Kos­ten und Las­ten zu tra­gen; der tei­len­de Eigen­tü­mer haf­tet nicht gesamt­schuld­ne­risch1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Dezem­ber 2015 – V ZR 80/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.06.2008 – V ZB 85/​07, BGHZ 177, 53 Rn. 12 ff.; Urteil vom 11.05.2012 – V ZR 196/​11, BGHZ 193, 219 Rn. 5, 18; Urteil vom 24.07.2015 – V ZR 275/​14, NJW 2015, 2877 Rn. 5