Die will­kür­lich ange­nom­me­ne Prä­k­lu­si­on

Bleibt ein Angriffs­mit­tel einer Par­tei des­we­gen unbe­rück­sich­tigt, weil der Tatrich­ter es in offen­kun­dig feh­ler­haf­ter Anwen­dung einer Prä­k­lu­si­ons­vor­schrift zu Unrecht zurück­ge­wie­sen hat, so ist zugleich das recht­li­che Gehör der Par­tei (Art. 103 Abs. 1 GG) ver­letzt 1.

Die will­kür­lich ange­nom­me­ne Prä­k­lu­si­on

Das gilt erst Recht, wenn er dies ohne Anwen­dung einer Rechts­vor­schrift tut.

Es ist eine objek­tiv will­kür­li­che, weil in der Zivil­pro­zess­ord­nung nicht vor­ge­se­he­ne Hand­ha­bung, eine "Prä­k­lu­si­on gemäß § 279 Abs. 3, § 285 ZPO" anzu­neh­men, wenn eine Par­tei ihren Vor­trag ein­schließ­lich Beweis­an­trit­ten im Anschluss an eine Beweis­auf­nah­me zu einem ande­ren Teil des Streit­stoffs nicht aus­drück­lich wie­der­holt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Janu­ar 2020 – VII ZR 123/​17

  1. st. Rspr., vgl. BGH, Beschluss vom 20.03.2019 – VII ZR 182/​18 Rn. 15 m.w.N., BauR 2019, 1207 = NZBau 2019, 365[]