Die beschränk­te Zulas­sung eines Rechts­mit­tels

Die Zulas­sung der Revi­si­on kann auf einen selb­stän­di­gen Teil des Gesamt­streit­stoffs beschränkt wer­den1.

Die beschränk­te Zulas­sung eines Rechts­mit­tels

Die Ein­gren­zung der Rechts­mit­tel­zu­las­sung kann sich bei wie hier unein­ge­schränk­ter Zulas­sung im Tenor auch aus den Ent­schei­dungs­grün­den erge­ben. Dies kann der Fall sein, wenn die Zulas­sung nur wegen einer bestimm­ten Rechts­fra­ge aus­ge­spro­chen wird2.

Bezieht sich die Rechts­fra­ge, zu deren Klä­rung das Beru­fungs­ge­richt die Revi­si­on zuge­las­sen hat, auf einen abtrenn­ba­ren Teil des Streit­stoffs, ist die Ent­schei­dung grund­sätz­lich so aus­zu­le­gen, dass das Beru­fungs­ge­richt die Revi­si­on ledig­lich beschränkt auf die­sen Teil des Streit­ge­gen­stands zuge­las­sen hat3. Dem­ge­gen­über ist eine Beschrän­kung der Zulas­sung auf ein­zel­ne Rechts­fra­gen oder Anspruchs­ele­men­te nicht zuläs­sig4.

Die Beschrän­kung der Revi­si­ons­zu­las­sung auf eine bestimm­te Rechts­fra­ge ist zuläs­sig, wenn es sich um einen recht­lich selb­stän­di­gen und abtrenn­ba­ren Teil des Streit­stoffs han­delt, auf den die Beklag­te selbst ihre Revi­si­on hät­te begren­zen kön­nen5.

Vor­aus­set­zung dafür ist eine Selb­stän­dig­keit des von der Zulas­sungs­be­schrän­kung erfass­ten Teils des Streit­stoffs in dem Sin­ne, dass die­ser in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht unab­hän­gig von dem übri­gen Pro­zess­stoff beur­teilt wer­den kann und auch im Fal­le einer Zurück­ver­wei­sung kein Wider­spruch zum nicht anfecht­ba­ren Teil des Streit­stoffs auf­tre­ten kann6. Es muss sich indes­sen weder um einen eige­nen Streit­ge­gen­stand han­deln, noch muss der betrof­fe­ne Teil des Streit­stoffs auf der Ebe­ne der Beru­fungs­in­stanz teil­ur­teils­fä­hig sein7.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Okto­ber 2018 – III ZR 497/​16

  1. z.B. BGH, Beschluss vom 01.09.2016 – III ZR 271/​15 4; BGH, Urteil vom 07.07.1983 – III ZR 119/​82 11, inso­weit in BGHZ 88, 885 ff nicht abge­druckt mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 27.03.2014 – III ZR 387/​13 4 m.zahlr.w.N.; BGH, Urteil vom 19.07.2012 – III ZR 308/​11, WM 2012, 1574 Rn. 8; BGH, Urteil vom 27.09.2011 – II ZR 221/​09, WM 2011, 2223 Rn. 18 []
  3. z.B. BGH, Urteil vom 27.09.2011 aaO mwN []
  4. z.B. BGH, Beschluss vom 16.12 2010 – III ZR 127/​10, WM 2011, 526 Rn. 5 m.zahlr.w.N.; BGH, Urteil vom 10.07.2015 – V ZR 198/​14, NJW 2015, 3371 Rn. 7 []
  5. vgl. dazu etwa BGH, Beschluss vom 16.12 2010 aaO []
  6. BGH aaO mwN; BGH, Urtei­le vom 23.09.2003 – XI ZR 135/​02, WM 2003, 2232, 2233; und vom 29.01.2003 XII ZR 92/​01, BGHZ 153, 358, 362 []
  7. BGH aaO; BGH, Urteil vom 25.01.1995 XII ZR 195/​93, NJW-RR 1995, 449 f []