Die zurückgenommene Nichtzulassungsbeschwerde – und die Kostenentscheidung

Wenn der Beschwerdeführer eine beim Berufungsgericht eingelegte, nach § 544 Abs. 2 ZPO nicht statthafte Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision vor Abgabe der Sache an den Bundesgerichtshof zurückgenommen hat, ist für die entsprechend § 516 Abs. 3 ZPO zu treffende Kostenentscheidung das Berufungsgericht zuständig1.

Die zurückgenommene Nichtzulassungsbeschwerde – und die Kostenentscheidung

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist ein Gericht, bei dem eine unzulässige Beschwerde gegen eine vom ihm getroffene Entscheidung eingelegt worden ist, für die entsprechend § 516 Abs. 3 ZPO zu treffende Kostenentscheidung zuständig, wenn die Beschwerde vor einer Abgabe der Sache an den Bundesgerichtshof zurückgenommen wird2.

Diese Konstellation liegt im hier entschiedenen Streitfall vor:

Eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision war nicht statthaft, weil die hierfür nach § 544 Abs. 2 ZPO maßgeblichen Voraussetzungen nicht vorlagen. Da das Rechtsmittel vor Abgabe der Sache an den Bundesgerichtshof zurückgenommen wurde, hat die entsprechend § 516 Abs. 3 ZPO zu treffende Kostenentscheidung durch das Berufungsgericht zu ergehen.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 15. März 2022 – X ZR 16/22

  1. Bestätigung von BGH, Beschluss vom 18.06.1953 – IV ZB 51/53[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.06.1953 – IV ZB 51/53; OLG Braunschweig, Beschluss vom 06.12.2018 – 9 U 97/17[]
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