Doping einer Leis­tungs­sport­le­rin

Im Rechts­streit der ehe­ma­li­gen Leis­tungs­sport­le­rin Grit Breu­er gegen den Hei­del­ber­ger Bio­lo­gen Prof. Dr. Wer­ner Fran­ke hat das Land­ge­richt Ham­burg letz­te­rem jetzt ver­bo­ten, wei­ter zu behaup­ten, Breu­er habe 1985, als sie gera­de 13 Jah­re alt gewe­sen sei, von ihrem dama­li­gen Trai­ner das Doping­mit­tel Oral-Tur­i­na­bol bekom­men.

Doping einer Leis­tungs­sport­le­rin

Die Par­tei­en strit­ten vor der Pres­se­kam­mer des Land­ge­richts Ham­burg über eine Erklä­rung, die der Beklag­te durch sei­nen Rechts­an­walt 2007 in einem Rechts­streit mit dem frü­he­ren Trai­ner der Klä­ge­rin abge­ge­ben hat­te. In die­ser Erklä­rung ging es u.a. auch dar­um, dass die Klä­ge­rin als Drei­zehn­jäh­ri­ge von ihrem Trai­ner das Doping­mit­tel Oral-Tur­i­na­bol erhal­ten habe.

Die Klä­ge­rin bestritt die Behaup­tung des Beklag­ten und erwirk­te 2007 eine einst­wei­li­ge Anord­nung, mit der dem Beklag­ten ver­bo­ten wur­de zu ver­brei­ten, die Antrag­stel­le­rin habe 1985, als sie gera­de 13 Jah­re alt gewe­sen sei, von ihrem dama­li­gen Trai­ner Oral-Tur­i­na­bol bekom­men.

Auch in dem mit dem heu­ti­gen Urteil abge­schlos­se­nen Haupt­sa­che­ver­fah­ren hat das Land­ge­richt Ham­burg dem Beklag­ten die von der Klä­ge­rin ange­grif­fe­ne Behaup­tung ver­bo­ten. Der Klä­ge­rin ste­he der gel­tend gemach­te Unter­las­sungs­an­spruch zu, da die Äuße­rung des Beklag­ten sie in ihrem all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht ver­let­ze und pro­zes­su­al davon aus­ge­gan­gen wer­den müs­se, dass die Tat­sa­chen­be­haup­tung unwahr sei. Die Behaup­tung sei geeig­net, die Klä­ge­rin als ehe­ma­li­ge Leis­tungs­sport­le­rin ganz erheb­lich in der öffent­li­chen Mei­nung her­ab­zu­wür­di­gen. Wer eine sol­che ehr­ver­let­zen­de Behaup­tung auf­stel­le, müs­se im Streit­fal­le ihre Rich­tig­keit bewei­sen. Die­ser Beweis sei dem Beklag­ten jedoch nicht gelun­gen, denn kei­ne der von ihm benann­ten Zeu­gin­nen habe aus­ge­sagt, mit­be­kom­men oder gewusst zu haben, dass die Klä­ge­rin im Alter von 13 Jah­ren von ihrem dama­li­gen Trai­ner Oral-Tur­i­na­bol bekom­men habe.

Der Beklag­te hat­te für die Rich­tig­keit sei­ner Behaup­tung u.a. Zeu­gin­nen aus dem dama­li­gen Trai­nings­um­feld der Klä­ge­rin benannt. Drei die­ser Zeu­gin­nen hat das Land­ge­richt im Rah­men der Beweis­auf­nah­me ver­nom­men.

Land­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 18. Juli 2011 – 324 O 274/​07