Dritt­schä­di­gungs­ab­sicht

Ein Rechts­ge­schäft, wel­ches die Par­tei­en in der Absicht schlie­ßen, einen Drit­ten zu schä­di­gen, erfüllt nicht den Tat­be­stand des § 138 Abs. 1 BGB, wenn es für den Drit­ten objek­tiv nicht nach­tei­lig ist.

Dritt­schä­di­gungs­ab­sicht

Zwar ver­stößt ein Ver­trag, durch den die Ver­trags­par­tei­en einen Drit­ten bewusst schä­di­gen, gegen die guten Sit­ten und ist des­halb nach § 138 Abs. 1 BGB nich­tig 1. Hier­zu reicht eine gemein­sa­me Schä­di­gungs­ab­sicht (sub­jek­ti­ver Tat­be­stand) aber nicht aus. Erfor­der­lich ist außer­dem, dass der Ver­trag die Rechts­stel­lung des Drit­ten tat­säch­lich ver­schlech­tert (objek­ti­ver Tat­be­stand). Ein für den Drit­ten objek­tiv nicht nach­tei­li­ges Rechts­ge­schäft erfüllt den Tat­be­stand des § 138 Abs. 1 BGB nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Okto­ber 2011 – V ZR 212/​10

  1. BGH, Urteil vom 18.03.1996 – II ZR 10/​95, NJW-RR 1996, 869[]
  2. vgl. Soergel/​Hefermehl, BGB 12. Aufl., § 138 Rn. 29[]