Dul­dungs­voll­macht und Anscheins­voll­macht

Eine Dul­dungs­voll­macht liegt vor, wenn der Ver­tre­te­ne es wis­sent­lich gesche­hen lässt, dass ein ande­rer für ihn wie ein Ver­tre­ter auf­tritt, und der Geschäfts­part­ner die­ses Dul­den nach Treu und Glau­ben dahin ver­steht und auch ver­ste­hen darf, dass der als Ver­tre­ter Han­deln­de zu den vor­ge­nom­me­nen Erklä­run­gen bevoll­mäch­tigt ist 1.

Dul­dungs­voll­macht und Anscheins­voll­macht

Eine Anscheins­voll­macht setzt vor­aus, dass der Ver­tre­te­ne das Han­deln des Schein­ver­tre­ters nicht kennt, er es aber bei pflicht­ge­mä­ßer Sorg­falt hät­te erken­nen und ver­hin­dern kön­nen, und der Geschäfts­part­ner anneh­men durf­te, der Ver­tre­te­ne ken­ne und bil­li­ge das Han­deln des Ver­tre­ters 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 28. Sep­tem­ber 2016 – 7 AZR 377/​14

  1. BGH 22.07.2014 – VIII ZR 313/​13, Rn. 26, BGHZ 202, 158; 10.01.2007 – VIII ZR 380/​04, Rn.19[]
  2. BGH 26.01.2016 – XI ZR 91/​14, Rn. 61, BGHZ 208, 331[]