Dusche und all­ge­mei­nes Lebens­ri­si­ko

Der Ver­an­stal­ter einer Pau­schal­rei­se haf­tet nicht für Ver­let­zun­gen, die ein Kun­de bei dem Sturz im Dusch­be­reich eines Hotels erlei­det, wenn sich hier­bei ledig­lich das all­ge­mei­ne Lebens­ri­si­ko ver­wirk­licht. Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Koblenz jetzt die Kla­ge gegen einen Rei­se­ver­an­stal­ter wegen eines Stur­zes in der Dusche eines Hotels abge­wie­sen.

Dusche und all­ge­mei­nes Lebens­ri­si­ko

Der Klä­ger buch­te bei dem beklag­ten Rei­se­ver­an­stal­ter eine zwei­wö­chi­ge Pau­schal­rund­rei­se für April/​Mai 2006 in Thai­land. Am vier­ten Tag der Rei­se such­te der Klä­ger eine im Inne­ren des Hotel­ge­bäu­des im Sau­na­be­reich befind­li­che Dusche auf. Dort rutsch­te er auf dem nas­sen Fuß­bo­den aus und zog sich Ver­let­zun­gen am Rücken zu, die zunächst sta­ti­onär behan­delt wer­den muss­ten. Eine Wei­ter­füh­rung der Rei­se war ihm nur unter Schmer­zen mög­lich. Der Klä­ger hat unter ande­rem vor­ge­tra­gen, der Fuß­bo­den sei äußerst glatt gewe­sen; Hal­te­stan­gen oder ähn­li­ches sei­en in der Dusche nicht vor­han­den gewe­sen. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Beklag­te als Rei­se­ver­an­stal­ter habe für die Fol­gen sei­nes Stur­zes ein­zu­ste­hen.

Mit sei­ner Kla­ge hat der Klä­ger von der Beklag­ten Zah­lung von Scha­dens­er­satz in Höhe von 1.926,- ? sowie Zah­lung eines ange­mes­se­nen Schmer­zens­gel­des ver­langt. Das Amts­ge­richt Neu­wied hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Land­ge­richt Koblenz hat die Beru­fung des Klä­gers jetzt eben­falls zurück­ge­wie­sen.

Wie die zustän­di­ge 12. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Koblenz in den Ent­schei­dungs­grün­den des Beru­fungs­ur­teils aus­ge­führt hat, stün­den dem Klä­ger gegen die Beklag­te kei­ne Scha­dens­er­satz­an­sprü­che zu. Die Beklag­te habe den Unfall des Klä­gers nicht zu ver­tre­ten. Durch den Sturz des Klä­gers habe sich ein all­ge­mei­nes Lebens­ri­si­ko ver­wirk­licht. Es sei all­ge­mein bekannt, dass Dusch­räu­me, die meh­re­ren Per­so­nen zugäng­lich sei­en, erhöh­te Rutsch­ge­fah­ren auf­wie­sen. Beim Betre­ten der allen Hotel­gäs­ten zugäng­li­chen Dusche habe der Klä­ger daher damit rech­nen müs­sen, dass bereits vor ihm jemand dort geduscht habe und Was­ser, gege­be­nen­falls auch Sei­fen­res­te, ein Aus­rut­schen ermög­li­chen wür­den. Es gehö­re auch kei­nes­falls zum übli­chen Stan­dard, dass in Dusch­räu­men Hal­te­grif­fe vor­han­den sei­en oder dass Dusch­be­rei­che im Anschluss an jede Benut­zung durch einen Hotel­gast gerei­nigt und getrock­net wer­den müss­ten. Dem Klä­ger habe nach dem Inhalt des Rei­se­ver­trags auch kein Anspruch auf einen umge­hen­den, kos­ten­lo­sen und beglei­te­ten Rück­trans­port gegen die Beklag­te zuge­stan­den.

Land­ge­richt Koblenz, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2007 – 12 S 83/​07