Eigen­be­darfs­kün­di­gung bei bezwei­fel­ter Selbst­nut­zungs­ab­sicht

Das Gebot des recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen. Geht das Gericht in sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den auf den wesent­li­chen Kern des Tat­sa­chen­vor­trags einer Par­tei zu einer Fra­ge nicht ein, die für das Ver­fah­ren von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, so lässt das auf die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Vor­trags schlie­ßen, sofern er nicht nach dem Rechts­stand­punkt des Gerichts uner­heb­lich oder aber offen­sicht­lich unsub­stan­ti­iert war [1].

Eigen­be­darfs­kün­di­gung bei bezwei­fel­ter Selbst­nut­zungs­ab­sicht

Bei der Beur­tei­lung einer Eigen­be­darfs­kün­di­gung muss das Gericht daher sämt­li­chen vom Mie­ter vor­ge­tra­ge­nen Gesichts­punk­ten nach­ge­hen, die Zwei­fel an der Ernst­haf­tig­keit des Selbst­nut­zungs­wun­sches des Ver­mie­ters begrün­den, denn vor­ge­scho­be­ne Kün­di­gun­gen ver­die­nen kei­nen Schutz [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. März 2011 – VIII ZR 338/​09

  1. BVerfGE 86, 133, 145 f.; BGH, Beschluss vom 06.04.2009 – II ZR 117/​08, NJW 2009, 2139 Rn. 2, 5 f.[]
  2. BVerfG, NJW-RR 1995, 392 f.[]