Eigen­be­darfs­kün­di­gung – und ihre Begrün­dung

Die Kün­di­gung eines Woh­nungs­miet­ver­tra­ges wegen Eigen­be­darfs ist unwirk­sam, wenn sie ent­ge­gen § 573 Abs. 3 BGB nicht aus­rei­chend begrün­det wur­de.

Eigen­be­darfs­kün­di­gung – und ihre Begrün­dung

Der Zweck die­ser Vor­schrift besteht dar­in, dem Mie­ter zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt Klar­heit über sei­ne Rechts­po­si­ti­on zu ver­schaf­fen und ihn dadurch in die Lage zu ver­set­zen, recht­zei­tig alles Erfor­der­li­che zur Wah­rung sei­ner Inter­es­sen zu ver­an­las­sen 1. Die­sem Zweck wird im All­ge­mei­nen Genü­ge getan, wenn das Kün­di­gungs­schrei­ben den Kün­di­gungs­grund so bezeich­net, dass er iden­ti­fi­ziert und von ande­ren Grün­den unter­schie­den wer­den kann.

Eine sol­che Kon­kre­ti­sie­rung ermög­licht es dem Mie­ter, der die Kün­di­gung nicht hin­neh­men will, sei­ne Ver­tei­di­gung auf den ange­ge­be­nen Kün­di­gungs­grund aus­zu­rich­ten, denn eine Aus­wech­se­lung des Kün­di­gungs­grun­des ist dem Ver­mie­ter ver­wehrt.

Bei einer Kün­di­gung wegen Eigen­be­darfs ist daher grund­sätz­lich die Anga­be der Per­son, für die die Woh­nung benö­tigt wird, und die Dar­le­gung des Inter­es­ses, das die­se Per­son an der Erlan­gung der Woh­nung hat, aus­rei­chend 2. Dabei bedarf es kei­ner Erläu­te­rung, wie vie­le Zim­mer die Fami­lie benö­tigt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Sep­tem­ber 2015 – VIII ZR 297/​14

  1. vgl. BT-Drs. 6/​1549, S. 6 f. zu § 564a Abs. 1 Satz 2 BGB aF[]
  2. BGH, Urteil vom 30.04.2014 – VIII ZR 284/​13, NJW 2014, 2102 Rn. 7 mwN[]