Ein Pony mit Gewähr­leis­tung

Dem Ver­käu­fer eines Tie­res muss grund­sätz­lich die Mög­lich­keit gege­ben wer­den nach­zu­bes­sern. Auch hier gel­ten die all­ge­mei­nen Gewähr­leis­tungs­vor­schrif­ten.

Ein Pony mit Gewähr­leis­tung

So hat das Land­ge­richt Mag­de­burg in einem Fall, in dem die Klä­ger ein ver­hal­tens­auf­fäl­li­ges Pony gekauft hat­ten und den Kauf­preis für das Tier vom Ver­käu­fer zurück­be­zahlt bekom­men woll­ten, die Kla­ge abge­wie­sen.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Mag­de­burg muss auch beim Kauf eines Tie­res dem Ver­käu­fer die Mög­lich­keit ein­ge­räumt wer­den „Nach­er­fül­lung“ zu leis­ten. Nach­er­fül­lung bedeu­tet ent­we­der Besei­ti­gung des Man­gels (z.B. Repa­ra­tur) oder Lie­fe­rung einer man­gel­frei­en Sache. Die Klä­ger hät­ten daher dem Ver­käu­fer Gele­gen­heit geben müs­sen, ent­we­der die Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­keit des Tie­res zu „hei­len“ oder aber ein ande­res Pony ohne Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten zu lie­fern.

Damit hat das Land­ge­richt deut­lich gemacht, dass auch beim Tier­kauf grund­sätz­lich die glei­chen Gewähr­leis­tungs­re­geln gel­ten wie bei­spiels­wei­se beim Kauf eines Fern­se­hers. Nach § 90 a BGB sind Tie­re kei­ne Sache. Auf sie sind die für Sachen gel­ten­den Vor­schrif­ten ent­spre­chend anzu­wen­den.

Land­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 5. Okto­ber 2011 – 2 S 117/​11