Ein Schild sagt mehr als tau­send Wor­te. So sor­gen Sie für kla­re Ver­hält­nis­se

Natür­lich ist es nett, wenn dem Nach­barn bei einem Gläs­chen Wein oder einem Plausch vor der Haus­tür mit­ge­teilt wer­den kann, wo die Grund­stücks­gren­ze ver­läuft, wo das eige­ne Auto steht und wo kein Fahr­zeug geparkt wer­den darf. Lei­der ist das gespro­che­ne Wort heu­te nur all­zu oft Schall und Rauch und der (auch mit Hil­fe von Anwäl­ten aus­ge­tra­ge­ne) Streit lässt nicht lan­ge auf sich war­ten. Da eben die­se Aus­ein­an­der­set­zun­gen ner­ven­zeh­rend und anstren­gend sind, gibt es auch eine ande­re Opti­onein Hin­weis­schild am pas­sen­den Ort. Was erlaubt ist und was Sinn macht, ver­rät die­ser Rat­ge­ber.

Ein Schild sagt mehr als tau­send Wor­te. So sor­gen Sie für kla­re Ver­hält­nis­se
Ein Schild sagt mehr als tausend Worte. So sorgen Sie für klare Verhältnisse
Ein Zaun und ein Hin­weis­schild sind die sichers­te Vari­an­te. Wer sich die­sen Hin­wei­sen wider­setzt, macht sich des Haus­frie­dens­bruchs straf­bar.

Ein Hin­weis aufs „Pri­vat­grund­stück“

Es müs­sen nicht ein­mal die Nach­barn sein, die unbe­rech­tig­ter­wei­se über den pri­va­ten Grund wan­dern, viel­mehr liegt es heu­te fast schon im Trend. Wer Geo­caching betreibt oder ein Anhän­ger von Poké­mon Go ist, der wan­dert häu­fig sogar fast schon blind­lings über frem­des Ter­rain. Grund­sätz­lich sinn­voll ist es, die ver­meint­li­chen Schatz­su­cher und Poké­mon-Jäger dar­auf anzu­spre­chen, dass sie sich auf Pri­vat­grund befin­den. Um einen Streit dar­über zu ver­mei­den, ob es sich um ein Pri­vat­grund­stück han­delt oder nicht, hilft das Schild: „Pri­vat­grund­stück. Unbe­fug­ten ist das Betre­ten und Befah­ren ver­bo­ten.“ Damit ist rein recht­lich geklärt, dass nie­mand unge­fragt dort umher­wa­ten darf. Bei Beschä­di­gun­gen wird der­je­ni­ge zur Rechen­schaft gezo­gen, der sich nicht an die Rech­te auf Pri­vat­grund hält.

Recht­lich etwas anders betrach­tet wird der Tat­be­stand des Haus­frie­dens­bruchs. Die­ser besteht gemäß § 123 StGB dar­in, wenn ein Drit­ter uner­laubt, uner­wünscht und wider­recht­lich in Woh­nung, Haus oder Büro ein­dringt. Das­sel­be gilt für Grund­stü­cke, aller­dings gibt es hier­bei eine Ein­schrän­kung. Nur wenn ein Grund­stück ein­ge­zäunt oder mit einer Mau­er umge­ben ist, greift das Gesetz.

Bei meh­re­ren Par­tei­en, macht die beschil­der­te Park­platz­si­tua­ti­on Sinn

Ein Schild sagt mehr als tausend Worte. So sorgen Sie für klare Verhältnisse
Im öffent­li­chen Ver­kehrs­raum ist das Fin­den eines Park­plat­zes häu­fig schwer. Umso ver­ständ­li­cher ist es, dass man zuhau­se einen mög­lichst „rever­vier­ten“ Park­platz haben möchs­te.

Wer so wohnt, dass zum Mehr­fa­mi­li­en­haus Stell­plät­ze gehö­ren, der kann heu­te von Glück reden, denn: Sind die Stell­plät­ze laut Stell­platz­ver­ord­nung den Par­tei­en in eben die­sem Wohn­ob­jekt zuge­dacht, dür­fen auch nur die­se dort par­ken. Ärger kann das trotz­dem berei­ten, wenn jeden Tag der Park­platz gewech­selt wird oder mit meh­re­ren Fahr­zeu­gen dort geparkt wird, wo pro Wohn­ein­heit ein Stell­platz ein­kal­ku­liert wur­de. Auch hier kann die Beschil­de­rung, die in Abstim­mung (!) mit allen Bewoh­nern aus­ge­tüf­telt und ange­bracht wer­den muss, hel­fen.

Um Frem­de davon abzu­hal­ten, die reser­vier­ten Park­plät­ze zu bele­gen, reicht häu­fig schon ein Hin­weis­schild mit dem Schrift­zug „pri­vat“ oder „reser­viert“. Wer’s noch genau­er mag und die Park­plät­ze pro Fahr­zeug ver­tei­len möch­te, kann auch das Auto-Kenn­zei­chen auf einem Schild auf­brin­gen und an eben die­sem Park­platz anbrin­gen. Von einem Hin­weis auf die genaue Appar­te­ment-Num­mer ist indes abzu­se­hen, denn: Wenn der Park­platz, der laut Hin­weis­schild zu Appar­te­ment Num­mer 4 gehört, ver­waist ist, wirkt das auf Ein­bre­cher wie eine Ein­la­dung, es eben dort zu ver­su­chen.

Miet­ver­trag che­cken, bevor Schil­der an die Woh­nungs­tür kom­men

Dass ein Namens­schild neben der Klin­gel ange­bracht wird, ist in Wohn­häu­sern mit meh­re­ren Par­tei­en längst Gang und Gäbe. Aller­dings kann all das, was unter „Deko­ra­ti­on der Woh­nungs­tür“ fällt, durch­aus einer Geneh­mi­gung bedür­fen. Wer also eine vor­über­ge­hen­de oder eine län­ger­fris­ti­ge Beschil­de­rung an der Woh­nungs­tür anbrin­gen möch­te, der soll­te (auch mit Blick auf den Miet­ver­trag) dem Ver­mie­ter kurz Bescheid geben. Häu­fig wün­schen Ver­mie­ter eben die­se Deko­ra­ti­on nicht, weil das Trep­pen­haus neu­tral gehal­ten wer­den soll. Man­che fürch­ten auch den Effekt einer indi­vi­du­el­len Beschil­de­rung, denn: Schil­der sind eben­so gedul­dig wie Papier, das heißt, dass schnell etwas dar­auf geschrie­ben wird, was ver­let­zend für Drit­te sein kann. Ein freund­li­cher Will­kom­mens­gruß wird also ten­den­zi­ell weni­ger für Ärger sor­gen, als der Hin­weis, dass alle Besu­cher „Ü40“ drau­ßen blei­ben müs­sen.

Geht es um ein gewerb­lich genutz­tes Miet­ob­jekt, sieht das anders aus. Wer also bei­spiels­wei­se als Pra­xis­be­trei­ber eine leuch­ten­de Wer­be­an­la­ge im Flur anbrin­gen will, soll­te dies im Vor­feld mit dem Ver­mie­ter bespre­chen. Anwäl­te erklä­ren dies so: „Für den Mie­ter ist es daher von ele­men­ta­rer Bedeu­tung, dass ent­spre­chen­de Rege­lun­gen mit in den Gewer­be­miet­ver­trag auf­ge­nom­men wer­den. Die Ver­ein­ba­rung soll­te so genau wie mög­lich gefasst wer­den. Um spä­ter Streit zu ver­mei­den, sind Art, Umfang und Grö­ße der Wer­be­flä­che kon­kret zu benen­nen. Außer­dem emp­fiehlt es sich, eine Rege­lung auf­zu­neh­men, wer für die Kos­ten und die Unter­hal­tung der Wer­be­an­la­gen auf­zu­kom­men hat und wer für erfor­der­li­che behörd­li­che Geneh­mi­gun­gen ver­ant­wort­lich ist.“

Ein Schild sagt mehr als tausend Worte. So sorgen Sie für klare Verhältnisse
Zoff am Gar­ten­zaun muss nicht sein. Gera­de wenn neue Nach­barn ein­zie­hen, hilft eine Infor­ma­ti­on über die jewei­li­gen Gewohn­hei­ten

Vie­les ist nur münd­lich zu klä­ren

Gegen ganz vie­le Belan­ge, die einen Nach­bar­schafts­streit aus­lö­sen, ist aller­dings kein Kraut gewach­sen bzw. kein Schild ver­spricht hier eine Lösung. Der Grund dafür ist denk­bar ein­fach, denn: Der stin­ken­de Grill, die lau­te Musik, das Blatt­laub und der knat­tern­de Rasen­mä­her las­sen sich nicht etwa mit einem Hin­weis­schild in die Schran­ken wei­sen. Hier gilt es, das Gespräch zu suchen, um die Gepflo­gen­hei­ten und die Gewohn­hei­ten des Gegen­übers zu ver­ste­hen, um anschlie­ßend rück­sichts­voll damit umge­hen zu kön­nen. Auch hilft es, im Vor­feld einen Blick in die Rech­te und Pflich­ten als Nach­bar im jewei­li­gen Bun­des­land zu wer­fen.