Ein­griff in eine Hun­de­bei­ße­rei

Ein Hun­de­hal­ter, der in die Bei­ße­rei zwei­er Hun­de ein­greift, um ihr eige­nes Tier zu schüt­zen, dabei von dem frem­den Hund gebis­sen und ver­letzt wur­de, muss sich einen hohen Mit­ver­schul­dens­an­teil zurech­nen las­sen und kann von der Hal­te­rin des frem­den Tie­res nur antei­li­gen Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld ver­lan­gen.

Ein­griff in eine Hun­de­bei­ße­rei

In einem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Fall riss sich der Hund der Beklag­ten im Win­ter 2009 im Enne­pe-Ruhr-Kreis von sei­ner Lei­ne los, stürz­te auf den ange­lein­ten knur­ren­den Hund der Klä­ge­rin zu und biss die­sen mehr­fach. Die jetzt 44 Jah­re alte Klä­ge­rin hielt schüt­zend die Hand über den Kopf ihres Tie­res, als der frem­de Hund erneut zubiss und das ers­te Glied des lin­ken Zei­ge­fin­gers der Klä­ge­rin abtrenn­te.

Die gegen die frem­de Hun­de­hal­te­rin gerich­te­te Kla­ge auf Zah­lung von Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz war erst in zwei­ter und letz­ter Instanz teil­wei­se erfolg­reich. Auch wenn die Klä­ge­rin in berech­tig­ter Sor­ge um ihr Tier ein­griff, muss­te sie nach den Aus­füh­run­gen des Senats wis­sen, dass ihr Han­deln die Gefahr mit sich bringt, selbst gebis­sen und ver­letzt zu wer­den. Ihr Mit­ver­schul­den hat der Senat mit 50% bewer­tet, das ver­lang­te Schmer­zens­geld und den Ver­dienst­aus­fall ent­spre­chend gekürzt und ihr inso­weit gut 3.000 Euro zuer­kannt.

Auch die bezahl­ten Tier­arzt­kos­ten bekommt die Klä­ge­rin nur antei­lig, gekürzt um die Tier­ge­fahr des eige­nen Hun­des, ersetzt. Ihr ste­hen nach den Aus­füh­run­gen des Senats nur 75% die­ser Auf­wen­dun­gen zu, weil sich inso­weit ihr Ein­grei­fen nicht aus­ge­wirkt habe.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 17. Okto­ber 2011 – I-6 U 72/​11