Ein­griffs­kon­dik­ti­on im Mehr­per­so­nen-Ver­hält­nis

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bei rechts­grund­lo­ser Ver­fü­gung des Nicht­be­rech­tig­ten einen „Durch­griff” des Berech­tig­ten gegen den Erwer­ber (Drit­ten) ana­log § 816 Abs. 1 Satz 2 BGB für zuläs­sig erach­tet, wenn der Erwer­ber (Drit­te) nicht schutz­be­dürf­tig ist; dann kann der rechts­grund­lo­se Erwerb im Ein­zel­fall dem unent­gelt­li­chen Erwerb gleich­ge­stellt wer­den1.

Ein­griffs­kon­dik­ti­on im Mehr­per­so­nen-Ver­hält­nis

Die­se letzt­lich auf die Umstän­de des Ein­zel­falls abstel­len­de Linie ver­folgt der Bun­des­ge­richts­hof gene­rell für berei­che­rungs­recht­li­che Ansprü­che im Mehr­per­so­nen­ver­hält­nis.

Ob die Rück­ab­wick­lung „im Drei­eck” (hier: „Dop­pel­kon­dik­ti­on”) oder im „Durch­griff” („Ein­heits­kon­dik­ti­on”) statt­fin­det, ent­zieht sich jeder sche­ma­ti­schen Betrach­tung, son­dern ist in ers­ter Linie anhand der Beson­der­hei­ten des Fal­les im Hin­blick auf eine sach­ge­rech­te berei­che­rungs­recht­li­che Abwick­lung unter Berück­sich­ti­gung des Ver­trau­ens­schut­zes und der Risi­ko­ver­tei­lung zwi­schen den Betei­lig­ten der Ver­mö­gens­ver­schie­bung zu beur­tei­len2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juni 2014 – III ZR 537/​13

  1. BGH, Urteil vom 12.07.1962 – VII ZR 28/​61, BGHZ 37, 363, 368 ff; hin­sicht­lich der Fra­ge, ob eine Gewinn­chan­ce ein Gegen­wert ist, rela­ti­viert im Urteil vom 25.04.1967 – VII ZR 1/​65, BGHZ 47, 393, 395 f
  2. s. etwa BGH, Urteil vom 04.02.1999 – III ZR 56/​98, NJW 1999, 1393, 1394 mwN; BGH, Urteil vom 18.01.2012 – I ZR 187/​10, NJW 2012, 2034, 2038 Rn. 46