Einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung im Revi­si­ons­ver­fah­ren

Wird gegen ein für vor­läu­fig voll­streck­bar erklär­tes Urteil Revi­si­on ein­ge­legt, so ord­net das Revi­si­ons­ge­richt auf Antrag an, dass die Zwangs­voll­stre­ckung einst­wei­len ein­ge­stellt wird, wenn die Voll­stre­ckung dem Schuld­ner einen nicht zu erset­zen­den Nach­teil brin­gen wür­de und nicht ein über­wie­gen­des Inter­es­se des Gläu­bi­gers ent­ge­gen­steht (§ 719 Abs. 2 ZPO).

Einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung im Revi­si­ons­ver­fah­ren

Nicht uner­setz­lich sind Nach­tei­le, die der Schuld­ner selbst ver­mei­den kann. Des­we­gen kann er sich nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich nur dann dar­auf beru­fen, die Zwangs­voll­stre­ckung brin­ge ihm einen nicht zu erset­zen­den Nach­teil, wenn er in der Beru­fungs­in­stanz einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag nach § 712 ZPO gestellt hat. Hat der Schuld­ner dies ver­säumt, kommt eine Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 719 Abs. 2 ZPO nur aus­nahms­wei­se dann in Betracht, wenn es dem Schuld­ner im Beru­fungs­ver­fah­ren aus beson­de­ren Grün­den nicht mög­lich oder nicht zumut­bar war, einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag zu stel­len 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. April 2014 – VIII ZR 1/​14 -

  1. BGH, Beschlüs­se vom 18.07.2012 – VIII ZR 107/​12, WuM 2012, 510 Rn. 5; vom 19.08.2003 – VIII ZR 188/​03, WuM 2003, 637 unter II; vom 09.08.2004 – VIII ZR 178/​04, WuM 2004, 553 unter – II 1 mwN[]