Einst­wei­li­ger Rechts­schutz – und der Jus­tiz­ge­wäh­rungs­an­spruch im Zivil­pro­zess

Auch im Zivil­pro­zess muss die Aus­le­gung und Anwen­dung der jewei­li­gen gesetz­li­chen Bestim­mun­gen dar­auf aus­ge­rich­tet sein, dass sich der Rechts­schutz auch im Eil­ver­fah­ren nicht in der blo­ßen Mög­lich­keit der Anru­fung eines Gerichts erschöpft, son­dern zu einer wirk­sa­men Kon­trol­le in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht führt 1.

Einst­wei­li­ger Rechts­schutz – und der Jus­tiz­ge­wäh­rungs­an­spruch im Zivil­pro­zess

Ob die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen Bedeu­tung und Trag­wei­te von Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 3 GG hin­rei­chend berück­sich­tigt haben, konn­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit Blick auf den Gesichts­punkt der Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che hier jedoch dahin­ste­hen las­sen: Die Begrün­dung des Land­ge­richts wie des Ober­lan­des­ge­richts, wonach eine unzu­läs­si­ge Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che vor­lä­ge, wenn dem Beschwer­de­füh­rer Eil­rechts­schutz gewährt wür­de, ist nicht ent­schei­dungs­tra­gend, da bei­de Gerich­te bereits die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 940 ZPO ver­neint haben.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 6. Sep­tem­ber 2016 – 2 BvR 1493/​16

  1. vgl. all­ge­mein BVerfGE 49, 220, 226; 77, 275, 284; BVerfGK 1, 201, 204 f.; 11, 54, 60[]