Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens – und der Schutzzweck der Norm

Die Erheblichkeit des Einwands rechtmäßigen Alternativverhaltens im Rahmen der Zurechnung des Schadenerfolgs richtet sich nach dem Schutzzweck der jeweils verletzten Norm. Voraussetzung ist zudem, dass derselbe Erfolg effektiv herbeigeführt worden wäre; die bloße Möglichkeit, ihn rechtmäßig herbeiführen zu können, reicht nicht aus1.

Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens – und der Schutzzweck der Norm

Die Berufung des Schädigers auf ein rechtmäßiges Alternativverhalten, d.h. der Einwand, der Schaden wäre auch bei einer ebenfalls möglichen, rechtmäßigen Verhaltensweise entstanden, kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Zurechnung eines Schadenserfolgs beachtlich sein. Die Erheblichkeit des Einwands richtet sich nach dem Schutzzweck der jeweils verletzten Norm2. Voraussetzung ist zudem, dass derselbe Erfolg effektiv herbeigeführt worden wäre; die bloße Möglichkeit, ihn rechtmäßig herbeiführen zu können, reicht nicht aus3.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 2. November 2016 – XII ZR 153/15

  1. im Anschluss an BGHZ 120, 281, 287 = NJW 1993, 520, 522 und BGH Urteil vom 09.03.2012 – V ZR 156/11 , NJW 2012, 2022[]
  2. vgl. BGHZ 96, 157, 173 = NJW 1986, 576, 579 und BGHZ 120, 281, 286 = NJW 1993, 520, 521; BGH Urteile vom 19.07.2016 – VI ZR 75/15 – VersR 2016, 1191 Rn. 7; und vom 09.03.2012 – V ZR 156/11 , NJW 2012, 2022 Rn. 17[]
  3. BGHZ 120, 281, 287 = NJW 1993, 520, 522; BGH Urteil vom 09.03.2012 – V ZR 156/11 , NJW 2012, 2022 Rn. 17; vgl. bereits BGH Urteil vom 30.04.1959 – III ZR 4/58 , NJW 1959, 1316, 1317[]