Ent­schei­dung vor Ablauf der Wie­der­ein­set­zungs­frist

Das Gericht darf über einen Antrag auf Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand nicht vor Ablauf der Wie­der­ein­set­zungs­frist ent­schei­den. Durch eine vor­zei­ti­ge Ent­schei­dung ist der Anspruch des Antrag­stel­lers auf recht­li­ches Gehör aber nur dann ver­letzt, wenn die Par­tei, die die Frist ver­säumt hat, sub­stan­ti­iert dar­legt, dass sie vor Ablauf der Wie­der­ein­set­zungs­frist noch wei­ter vor­ge­tra­gen hät­te, so dass das Gericht den ergän­zen­den Vor­trag bei sei­ner Ent­schei­dung hät­te berück­sich­ti­gen kön­nen 1.

Ent­schei­dung vor Ablauf der Wie­der­ein­set­zungs­frist

Bei einem Wie­der­ein­set­zungs­ge­such wegen Ver­säu­mung einer Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist reicht der all­ge­mein gehal­te­ne, nicht wei­ter sub­stan­ti­ier­te Vor­trag, einer bewähr­ten Rechts­an­walts­fach­an­ge­stell­ten sei ein Ver­se­hen unter­lau­fen, zur Prü­fung der Ver­schul­dens­fra­ge (§ 233 ZPO) und der Zurech­nungs­fra­ge (§ 85 Abs. 2 ZPO) nicht aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. April 2012 – VI ZB 44/​11

  1. Abgren­zung zu BGH, Beschluss vom 17.02.2011 – V ZB 310/​10, NJW 2011, 1363 Rn. 4[]