Ent­schei­dun­gen in der Beschwer­de­instanz – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, müs­sen den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt, über den ent­schie­den wird, wie­der­ge­ben sowie den Streit­ge­gen­stand und die Anträ­ge in bei­den Instan­zen erken­nen las­sen. Ande­ren­falls sind sie nicht mit den nach dem Gesetz (§ 576 Abs. 3, § 547 Nr. 6 ZPO) erfor­der­li­chen Grün­den ver­se­hen und bereits des­halb wegen eines von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen­den Ver­fah­rens­man­gels auf­zu­he­ben 1.

Ent­schei­dun­gen in der Beschwer­de­instanz – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Das Rechts­be­schwer­de­ge­richt hat grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beru­fungs­ge­richt fest­ge­stellt hat (§ 577 Abs. 2 Satz 1 und 4, § 559 ZPO). Ent­hält der ange­foch­te­ne Beschluss kei­ne aus­rei­chen­den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen, ist das Rechts­be­schwer­de­ge­richt zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage. Dies gilt auch, wenn das Beru­fungs­ge­richt die Beru­fung ver­wirft, weil die Beru­fungs­sum­me nicht erreicht sei 2. Denn die Wert­fest­set­zung kann vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt nur dar­auf­hin über­prüft wer­den, ob das Beru­fungs­ge­richt die Gren­zen des ihm von § 3 ZPO ein­ge­räum­ten Ermes­sens über­schrit­ten oder rechts­feh­ler­haft von ihm Gebrauch gemacht hat 3.

So ver­hält es sich in dem hier ent­schie­de­nen Streit­fall: Der für die recht­li­che Über­prü­fung erfor­der­li­che Sach­ver­halt und das Recht­schutz­ziel des Klä­gers las­sen sich der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung auch unter Berück­sich­ti­gung der dar­in in Bezug genom­me­nen Ver­fü­gung nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit ent­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. April 2019 – VI ZB 48/​18

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.03.2019 – VI ZB 27/​17 5; vom 12.02.2019 – VI ZB 35/​17 4; vom 06.02.2018 – VI ZB 12/​17 4; vom 26.04.2016 – VI ZB 4/​16 und – VI ZB 7/​16, NJW-RR 2016, 952 Rn. 16; vom 16.04.2013 – VI ZB 50/​12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4; BGH, Beschluss vom 13.03.2014 – V ZB 138/​13, Fam­RZ 2014, 1364 Rn. 3; jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 12.02.2019 – VI ZB 35/​17 5; vom 06.02.2018 – VI ZB 12/​17 4; vom 16.04.2013 – VI ZB 50/​12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4; BGH, Beschluss vom 13.03.2014 – V ZB 138/​13, Fam­RZ 2014, 1364 Rn. 3[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 12.02.2019 – VI ZB 35/​17 5; vom 06.02.2018 – VI ZB 12/​17 4; vom 16.04.2013 – VI ZB 50/​12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4; jeweils mwN[]