Anfech­tungs­frist beim Erb­ver­trag

Die Jah­res­frist für die Anfech­tung eines Erb­ver­tra­ges nach § 2283 Abs. 2 BGB beginnt in den Fäl­len des Irr­tums nach § 2078 Abs. 2 BGB mit dem Zeit­punkt, in wel­chem der Erb­las­ser von dem Anfech­tungs­grund Kennt­nis erlangt.

Anfech­tungs­frist beim Erb­ver­trag

Ein Rechts­irr­tum ist hier­bei nur beacht­lich, wenn er die Unkennt­nis einer die Anfech­tung begrün­den­den Tat­sa­che zur Fol­ge hat, dage­gen unbe­acht­lich, wenn es sich nur um eine rechts­irr­tüm­li­che Beur­tei­lung des Anfech­tungs­tat­be­stan­des selbst han­delt 1 – so im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall etwa ein Rechts­irr­tum bei Ände­rung der Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se nach dem Tod des Ver­trags­erb­las­sers mit über­schul­de­tem Nach­lass durch spä­te­ren Ver­mö­gens­er­werb des Ver­trags­er­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. März 2011 – IV ZB 16/​10

  1. BGH, Urteil vom 03.11.1969 – III ZR 52/​67, Fam­RZ 1970, 79; RGZ 132, 1, 4 f.; Münch­Komm-BGB/­Mu­sielak, 5. Aufl. § 2283 Rn. 4; Soergel/​Wolf, BGB 13. Aufl. § 2283 Rn. 2[]