Das gesetz­li­che Erbrecht – wenn das Gesetz die Erb­fol­ge bestimmt

Manch­mal hin­ter­las­sen Ver­stor­be­ne weder ein Tes­ta­ment noch einen Erb­ver­trag. Soll­te das der Fall sein, greift das gesetz­li­che Erbrecht. Die gesetz­li­che Erb­fol­ge kann für Men­schen, die sich mit recht­li­chen Din­gen nicht aus­ken­nen, etwas kom­plex erschei­nen. Den­noch ist alles genau gere­gelt. So oder so ist es natür­lich sinn­voll, sich etwas näher über das The­ma zu infor­mie­ren.

Das gesetz­li­che Erbrecht – wenn das Gesetz die Erb­fol­ge bestimmt

Es kommt immer noch häu­fig vor, dass Men­schen ohne Nach­kom­men bewusst auf die Errich­tung eines Tes­ta­ments ver­zich­ten. Doch das ist im Grun­de scha­de. Schließ­lich ist es unter gewis­sen Umstän­den auch mög­lich an wohl­tä­ti­ge Orga­ni­sa­tio­nen zu ver­er­ben. Wer sich also unsi­cher ist, kann sein Erbe even­tu­ell noch für den guten Zweck nut­zen. Damit wol­len wir uns jedoch nicht näher befas­sen. Statt­des­sen wol­len wir uns anschau­en, wie das Gesetz die Erb­fol­ge bestimmt.

Grund­le­gen­de Funk­ti­ons­wei­se der gesetz­li­chen Erb­fol­ge

Bei einem Erbe geht es vor allem dar­um wer und wie viel der­je­ni­ge erbt. Das rich­tet sich nach dem Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis. Kom­pli­ziert wird es erst bei schwie­ri­gen Erben­ge­mein­schaf­ten. Die­se sind oft der Grund für pri­va­te Rechts­strei­tig­kei­ten. In sol­chen kom­ple­xen Situa­tio­nen ist es am bes­ten einen Fach­an­walt zu beauf­tra­gen. Fach­an­wäl­te gibt es in allen Regio­nen Deutsch­lands. So ist es bei­spiels­wei­se kein Pro­blem einen Fach­an­walt in Dach­au für Arbeits­recht, Erbrecht, Fami­li­en­recht zu fin­den. Anwäl­te mit einem sol­chen Pro­fil sind bes­tens mit Erb­strei­tig­kei­ten ver­traut. Es lohnt sich also sie zu enga­gie­ren.

Die Funk­ti­ons­wei­se der gesetz­li­chen Erb­fol­ge ist aber an sich recht sim­pel. Zunächst erben die Ver­wand­ten ers­ter Ord­nung. Das sind die Kin­der des Erb­las­sers sowie gege­be­nen­falls die Enkel­kin­der. Enkel­kin­der haben jedoch kei­nen Anspruch auf das Erbe, wenn deren Eltern noch leben soll­ten. Denn dann greift das Reprä­sen­ta­ti­ons­prin­zip. Nach den Erben ers­ter Ord­nung haben die Erben zwei­ter Ord­nung Anspruch. Dazu gehö­ren die Eltern des Erb­las­sers, sowie Geschwis­ter, Nich­ten und Nef­fen. Auch geschie­de­ne Eltern­tei­le wer­den den Erben zwei­ter Ord­nung zuge­ord­net. Nach den Erben der zwei­ten Ord­nung haben die Erben drit­ter Ord­nung Anspruch. Dazu gehö­ren Cou­sins und Cou­si­nen, Onkel und Tan­ten sowie die Groß­el­tern des Erb­las­sers. Obwohl der über­le­ben­de Ehe­gat­te nicht zu den Ver­wand­ten zählt, hat auch er Anspruch auf das Erbe. Das wird durch das Ehe­gat­te­ner­brecht gere­gelt. Als gesetz­li­cher Erbe hat der Ehe­gat­te neben Ver­wand­ten der ers­ten Ord­nung Anspruch zu einem Vier­tel und neben Ver­wand­ten der zwei­ten Ord­nung zur Hälf­te Anspruch auf das Erbe.

Rech­te von adop­tier­ten Kin­dern

Auch wenn adop­tier­te Kin­der kei­ne leib­li­chen Kin­der sind, gehö­ren die­se mit der Adop­ti­on zu den Erben ers­ter Ord­nung. Sie erlan­gen also die glei­che Stel­lung eines gemein­schaft­li­chen Kin­des der Ehe­part­ner. Aller­dings erlischt mit der Adop­ti­on das Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis zu den bis­he­ri­gen Ver­wand­ten das Kin­des. Es hat also kei­nen Anspruch mehr auf das Erbe sei­ner leib­li­chen Eltern. Das gilt auch für sons­ti­ge Rech­te oder Pflich­ten. Die­se Rege­lun­gen grei­fen jedoch nur bei min­der­jäh­ri­gen Adop­tiv­kin­dern. Bei voll­jäh­ri­gen Adop­tiv­kin­dern gel­ten ande­re. Die ver­wand­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zu den leib­li­chen Eltern blei­ben näm­lich bestehen. Das wie­der­um heißt, dass voll­jäh­ri­ge Adop­tiv­kin­der gesetz­li­cher Erbe von bis zu vier Eltern­tei­len sein kön­nen. Sie haben jedoch kei­nen gesetz­li­chen Anspruch bei Erb­schaf­ten der Ver­wand­ten der Adop­tiv­el­tern. Von die­sen könn­ten sie nur durch ein Tes­ta­ment erben.