Der entlassene Testamentsvollstrecker – und das Recht zur Nachfolgerbenennung

Ist ein Testamentsvollstrecker im Testament ermächtigt, seinen Nachfolger zu benennen, gilt das auch im Fall seiner Entlassung aus dem Amt wegen Pflichtverletzung, sofern sich aus dem Testament nichts anderes ergibt.

Der entlassene Testamentsvollstrecker – und das Recht zur Nachfolgerbenennung

Vorliegend hat das Nachlassgericht hat die Testamentsvollstreckerin aus dem Amt entlassen; der Beschluss und damit die Entlassung wurde mit Bekanntgabe an die Beteiligten wirksam (§ 40 Abs. 1 FamFG)1. Die Testamentsvollstreckerin war jedoch nach dem Testament ermächtigt, einen Nachfolger zu benennen.

Eine solche Anordnung ist wirksam (§ 2199 Abs. 2 BGB). Sie gilt grundsätzlich unabhängig von der Art der Beendigung des Amtes und greift damit auch, wenn es durch Entlassung wegen Pflichtverletzung endet2.

Zwar kann die Auslegung eines Testaments ergeben, dass die Ermächtigung in einem solchen Fall nicht gelten soll2, doch bietet das vorliegende Testament hierfür keinen Anhaltspunkt. Die Testamentsvollstreckerin hat hier von ihrem Recht auch wirksam Gebrauch gemacht, denn sie hat es noch während ihres Amtes und formell ordnungsgemäß durch eine die beglaubigte Form ersetzende beurkundete Erklärung abgegeben (§ 2198 Abs. 1, 129 Abs. 2 BGB). Das Amt der neuen Testamentsvollstreckerin hat mit der Annahmeerklärung vom 30.01.2014 gegenüber dem Nachlassgericht begonnen (§ 2202 BGB).

Schleswig -Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 18. März 2014 – 3 U 34/13

  1. Meyer-Holz in Keidel, FamFG 18. Aufl.2014, § 40 Rn. 7; Zimmermann in MünchKomm-BGB, 6. Aufl.2013, § 2199 Rn. 8[]
  2. MünchKomm-BGB/Zimmermann, § 2199 Rn. 8[][]
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