Der Streit um die Tes­tier­fä­hig­keit

An die Annah­me der Tes­tier­fä­hig­keit sind nicht grund­sätz­lich gerin­ge­re Anfor­de­run­gen als an die­je­ni­ge der Geschäfts­fä­hig­keit zu stel­len.

Der Streit um die Tes­tier­fä­hig­keit

Die Tes­tier­fä­hig­keit ist als spe­zi­el­le Aus­prä­gung der Geschäfts­fä­hig­keit auf dem Gebiet des Erb­rechts in § 2229 Abs. 4 BGB gere­gelt und fasst sach­lich die all­ge­mei­nen Grund­sät­ze der §§ 104 Nr. 2, 105 Abs. 2 BGB zusam­men 1.

Fer­ner ist zu berück­sich­ti­gen, dass es bei kon­kret begrün­de­ten Zwei­feln an der Tes­tier­fä­hig­keit des Erb­las­sers gebo­ten sein kann, ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­zu­ho­len 2.

Hier­bei sind ins­be­son­de­re die eige­nen Anga­ben des beur­kun­den­den Notars in der letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung der Erb­las­se­rin sowie das ärzt­li­che Gut­ach­ten für die Erb­las­se­rin im Betreu­ungs­ver­fah­ren in Rech­nung zu stel­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. März 2017 – IV ZB 18/​16

  1. vgl. BayO­bLG Fam­RZ 2002, 62 unter – II b aa; Staudinger/​Baumann, BGB (2012), § 2229 Rn. 12[]
  2. vgl. hier­zu nur Münch­Komm-BGB/Ha­ge­na, 7. Aufl. § 2229 Rn. 60; Staudinger/​Baumann aaO Rn. 69 f.[]