Nach­lass­ver­zeich­nis – und die Voll­stre­ckung des Aus­kunfts­an­spruchs

Die Aus­kunfts­ver­pflich­tung nach § 2314 Abs. 1 Satz 3 BGB ist auf eine unver­tret­ba­re Hand­lung gerich­tet, deren Voll­stre­ckung nach § 888 ZPO zu erfol­gen hat, auch wenn die Mit­wir­kung eines Drit­ten – hier: des Notars – not­wen­dig ist 1

Nach­lass­ver­zeich­nis – und die Voll­stre­ckung des Aus­kunfts­an­spruchs

Zwar fal­len Ver­zö­ge­run­gen bei der Arbeit der Nota­ria­te grund­sätz­lich nicht den jewei­li­gen Antrag­stel­lern zur Last. Sind die­se Antrag­stel­ler aber gleich­zei­tig Schuld­ner eines Anspruchs – hier: eines Aus­kunfts­an­spruchs, so obliegt es ihnen nicht nur, auf eine zeit­na­he Erle­di­gung mit Nach­druck hin­zu­wir­ken 2, son­dern – wie das Land­ge­richt zutref­fend aus­ge­führt hat – bei Erfolg­lo­sig­keit die­ses Bestre­bens gege­be­nen­falls Rechts­be­hel­fe gegen den Notar zu ergrei­fen oder einen ande­ren Notar zu beauf­tra­gen.

Die­sen Anfor­de­run­gen ist der Schuld­ner vor­lie­gend bereits nach sei­nen eige­nen Anga­ben nicht aus­rei­chend nach­ge­kom­men. Dabei konn­te es das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart dahin ste­hen las­sen, ob es bereits erfor­der­lich gewe­sen wäre, auf den ursprüng­lich beauf­trag­ten Notar in gebo­te­nem und wei­te­rem Umfang ein­zu­wir­ken, als die­ser den ursprüng­lich ange­nom­me­nen Auf­trag nicht mehr aus­füh­ren woll­te. Denn wie­so bis heu­te die Ver­pflich­tung aus dem Teil­ur­teil noch immer nicht voll­stän­dig erfüllt ist, wird auch nicht ansatz­wei­se deut­lich; erst recht nicht, wel­che Maß­nah­men der Schuld­ner noch ein­ge­lei­tet hat, um eine Erfül­lung her­bei­zu­füh­ren.

Im übri­gen ent­las­ten etwa feh­len­de Mit­wir­kungs­hand­lun­gen der Gläu­bi­ge­rin den Aus­kunfts­schuld­ner nicht auto­ma­tisch.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 16. Febru­ar 2015 – 19 W 67/​14

  1. vgl. nur OLG Stutt­gart, Beschluss vom 30.12 2013 – 19 W 41/​13[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 18.12 2008 – I ZB 68/​08, NJW 2009, 2308 Tz. 12; BGH, Beschluss vom 27.11.2008 – I ZB 46/​08, NJW-RR 2009, 443 Tz. 13; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 30.12 2013, aaO[]