Pflicht­teils­er­gän­zung bei meh­re­ren Geschen­ken an die­sel­be Person

Auf meh­re­re Geschen­ke an die­sel­be Per­son ist die Vor­schrift des § 2329 Abs. 3 BGB, wonach unter meh­re­ren Beschenk­ten der frü­her Beschenk­te nur inso­weit haf­tet, als der spä­ter Beschenk­te nicht ver­pflich­tet ist, ent­spre­chend anzuwenden.

Pflicht­teils­er­gän­zung bei meh­re­ren Geschen­ken an die­sel­be Person

Maß­geb­lich für die Berech­nung der Ergän­zung des Pflicht­teils ist der unter Berück­sich­ti­gung des Kauf­kraft­schwun­des auf den Zeit­punkt des Erb­falls hoch­ge­rech­ne­te Schen­kungs­wert bei Voll­zug der Schen­kung. Er ist gerin­ger als der Schenk­wert beim Erb­fall (§ 2325 Abs. 2 Satz 2 Halbs. 2 BGB).

Wie einer von meh­re­ren Beschenk­ten, der das Geschenk frü­her erhal­ten hat als die ande­ren, dar­auf ver­trau­en darf, mit dem Geschenk zur Ergän­zung des Pflicht­teils nur her­an­ge­zo­gen zu wer­den, soweit die spä­ter Beschenk­ten nicht ver­pflich­tet sind, darf der mehr­fach Beschenk­te dar­auf ver­trau­en, dass Geschen­ke, die er frü­her erhal­ten hat, unan­ge­tas­tet blei­ben, soweit spä­te­re Geschen­ke die Ergän­zung des Pflicht­teils decken. Es gibt kei­nen Grund, dass der Berech­tig­te, indem er sei­nen Anspruch auf ver­schie­de­ne Geschen­ke auf­teilt, statt sich aus dem aus­rei­chen­den letz­ten Geschenk zu befrie­di­gen, den Ver­pflich­te­ten im Fal­le von Sach­ge­schen­ken die­se durch Zwangs­voll­stre­ckung ent­zieht, obwohl es genügt hät­te, nur in das letz­te Geschenk zu voll­stre­cken. Im Fal­le der Schen­kung einer unpfänd­ba­ren Sache und einer spä­te­ren von Geld, das nicht mehr vor­han­den ist, gibt es kei­nen Grund, dass der Ver­pflich­te­te außer Wert­er­satz in Geld wegen des letz­ten Geschen­kes aus § 2329 Abs. 1 Satz 1 BGB die Zwangs­voll­stre­ckung in eine unpfänd­ba­re Sache dul­den muss, weil ihm in die­sem Zusam­men­hang der Schutz des § 811 ZPO nicht zuteil wird.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 14. Novem­ber 2013 – 6 U 31/​13