Pflicht­teils­straf­klau­sel in der Patch­work-Fami­lie

Oft­mals set­zen sich Ehe­leu­te in einem gemein­sa­men Tes­ta­ment gegen­sei­tig zu ihren Allein­er­ben und ihre Kin­der erst zu Erben nach dem Letzt­versterben­den von ihnen ein. Sol­che Ber­li­ner Tes­ta­men­te ent­hal­ten dann in vie­len Fäl­len eine Straf­klau­sel, wonach die Kin­der, die nicht war­ten wol­len und nach dem Tod des ers­ten Eltern­teils ihren Pflicht­teil ver­lan­gen, auch nach dem Tod des zwei­ten nur ihren Pflicht­teil erhal­ten.

Pflicht­teils­straf­klau­sel in der Patch­work-Fami­lie

Eine sol­che Pflicht­teils­straf­klau­sel in einem gemein­schaft­li­chen Tes­ta­ment kann, wenn Kin­der jeweils nur von einem der tes­tie­ren­den Ehe­gat­ten abstam­men, dahin aus­zu­le­gen sein, dass Kin­der, die nach dem Erst­versterben­den den Pflicht­teil ver­lan­gen, nach dem über­le­ben­den Stief­eltern­teil nicht mehr Erbe, son­dern nur noch mit einem Geld­ver­mächt­nis in Höhe des fik­ti­ven Pflicht­teils nach dem Stief­eltern­teil bedacht sind.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 12. Novem­ber 2009 – 6 W 142/​09