Stich­tags­re­ge­lung bei der erbrecht­li­chen Gleich­stel­lung nicht­ehe­li­cher Kin­der

Die im Zwei­ten Erb­rechts­gleich­stel­lungs­ge­setz vom 12. April 2011 ent­hal­te­ne Stich­tags­re­ge­lung für die erbrecht­li­che Gleich­stel­lung der vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­der ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß. Der Gesetz­ge­ber hat, so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, mit sei­ner Ent­schei­dung, die voll­stän­di­ge erbrecht­li­che Gleich­stel­lung der vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­der auf Erb­fäl­le ab dem 29. Mai 2009 zu beschrän­ken, sei­nen Spiel­raum bei der Gestal­tung von Stich­tags- und ande­ren Über­gangs­vor­schrif­ten nicht über­schrit­ten.

Stich­tags­re­ge­lung bei der erbrecht­li­chen Gleich­stel­lung nicht­ehe­li­cher Kin­der

Anlass für die­se Ent­schei­dung boten dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zwei Ver­fas­sungs­be­schwer­den von jeweils vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­derm, die Rech­te aus Erb­fäl­len vor dem 29. Mai 2009 gel­tend mach­ten:

Die gesetz­li­che Rege­lung[↑]

Nach der ursprüng­li­chen Fas­sung des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs war das nicht­ehe­li­che Kind nur mit der Mut­ter und ihren Ver­wand­ten ver­wandt (§ 1705 BGB a.F.). Dage­gen schloss die gesetz­li­che Fik­ti­on des § 1589 Abs. 2 BGB a.F. mit dem Wort­laut "Ein unehe­li­ches Kind und des­sen Vater gel­ten nicht als ver­wandt" eine Ver­wandt­schaft zwi­schen dem Kind und sei­nem Vater sowie des­sen Fami­lie aus. Dem­ge­mäß stand dem nicht­ehe­li­chen Kind ein gesetz­li­ches Erbrecht oder ein Pflicht­teils­recht nur gegen­über der Mut­ter und den müt­ter­li­chen Ver­wand­ten zu (vgl. BVerfGE 44, 1, 2). Bereits die Wei­ma­rer Natio­nal­ver­samm­lung hat­te indes mit Art. 121 der Ver­fas­sung des Deut­schen Reichs vom 11. August 1919 1 das Ziel vor­ge­ge­ben, nicht­ehe­li­chen Kin­dern glei­che Bedin­gun­gen für ihre Ent­wick­lung zu schaf­fen wie den ehe­li­chen Kin­dern. Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat über­nahm den vor­ma­li­gen Pro­gramm­satz in Art. 6 Abs. 5 GG als bin­den­den Auf­trag an den Gesetz­ge­ber 2, der über die gesetz­ge­be­ri­sche Bin­dung hin­aus als beson­de­re Aus­prä­gung des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes ein Grund­recht gewährt 3. Erst mit dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes über die recht­li­che Stel­lung nicht­ehe­li­cher Kin­der vom 19. August 1969 4 zum 1. Juli 1970 wur­de § 1589 Abs. 2 BGB a.F. auf­ge­ho­ben (Art. 1 Nr. 3 NEhelG). Nach der Über­gangs­re­ge­lung des Art. 12 § 10 NEhelG galt jedoch für die vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen Kin­der das alte Recht fort.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te die Über­gangs­re­ge­lung des Art. 12 § 10 NEhelG erst­mals im Jah­re 1976 zu über­prü­fen und kam zum Ergeb­nis, die Rege­lung sei noch ver­fas­sungs­ge­mäß 5.

Der dem zuletzt ergan­ge­nen Kam­mer­be­schluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zugrun­de lie­gen­de Sach­ver­halt war hier­nach Gegen­stand einer Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te 6. Unter Ver­weis auf sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung 7 sah der Gerichts­hof in der Ungleich­be­hand­lung der vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­der durch Art. 12 § 10 NEhelG eine Ver­let­zung des Art. 14 in Ver­bin­dung mit Art. 8 EMRK.

Der Gesetz­ge­ber nahm die Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te zum Anlass, den bis­he­ri­gen Art. 12 § 10 NEhelG mit dem Zwei­ten Erb­rechts­gleich­stel­lungs­ge­setz 8 zu refor­mie­ren. Rück­wir­kend ab dem 29. Mai 2009 wur­de die Vor­schrift unter ande­rem dahin­ge­hend geän­dert, dass die bis­her in Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG a.F. vor­ge­nom­me­ne Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen vor und nach dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­dern für die ab die­sem Zeit­punkt ein­tre­ten­den bezie­hungs­wei­se ein­ge­tre­te­nen Erb­fäl­le nicht mehr besteht; bei vor die­sem Zeit­punkt ein­ge­tre­te­nen Erb­fäl­len, in denen der Nach­lass dem Bund oder einem Land zuge­fal­len war, wur­de dem nicht­ehe­li­chen Kind ein Wert­er­satz­an­spruch zuer­kannt (Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG n.F.). Für alle sons­ti­gen Erb­fäl­le, d.h. die­je­ni­gen vor der Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te, bei denen der Nach­lass nicht an den Staat gefal­len war, erga­ben sich für vor dem 1. Juni 1949 gebo­re­ne nicht­ehe­li­che Kin­der inso­weit kei­ne Ände­run­gen.

Die Aus­gangs­ver­fah­ren[↑]

Im ers­ten Ver­fah­ren 9 begehrt der 1943 gebo­re­ne Beschwer­de­füh­rer die Ertei­lung eines Alleinerb­scheins. Er ist das ein­zi­ge Kind des 2007 ver­stor­be­nen Erb­las­sers, der die Vater­schaft im Jahr 1944 aner­kannt hat. Sein Antrag blieb im Aus­gangs­ver­fah­ren in allen Instan­zen vor dem Amts– und Land­ge­richt Köln sowie dem Ober­lan­des­ge­richt Köln ohne Erfolg 10.

Im zwei­ten Ver­fah­ren (BVerfG – 1 BvR 3155/​11)) macht der 1940 gebo­re­ne Beschwer­de­füh­rer Pflicht­teils­an­sprü­che gel­tend. Der 2006 ver­stor­be­ne Erb­las­ser wur­de zunächst 1941 und sodann noch­mals 1949 zur Zah­lung von Kin­des­un­ter­halt für den Beschwer­de­füh­rer ver­ur­teilt. Tes­ta­men­ta­ri­sche Allein­er­bin ist die Toch­ter des Erb­las­sers aus einer spä­te­ren Ehe. Auch hier blieb die gegen sie gerich­te­te Kla­ge im Aus­gangs­ver­fah­ren in allen Instan­zen vor dem Land­ge­richt Ham­burg, dem Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg und dem Bun­des­ge­richts­hof ohne Erfolg 11.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den[↑]

Gegen die zuletzt ergan­ge­nen Ent­schei­dun­gen des Amts‑, des Land- und des Ober­lan­des­ge­richts sowie mit­tel­bar gegen Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG wen­det sich der ers­te Beschwer­de­füh­rer mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de. Er rügt eine Ver­let­zung von Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 5 GG. Das Gebot des Art. 6 Abs. 5 GG, nicht­ehe­li­chen Kin­dern durch die Gesetz­ge­bung die glei­chen Bedin­gun­gen für ihre leib­li­che und see­li­sche Ent­wick­lung und ihre Stel­lung in der Gesell­schaft zu schaf­fen wie den ehe­li­chen Kin­dern, wer­de durch Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG beein­träch­tigt. Der Beschwer­de­füh­rer wer­de gegen­über nach dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­dern benach­tei­ligt, ohne dass hier­für ein sach­li­cher Grund bestün­de. Die bis­he­ri­ge Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts kön­ne ange­sichts der Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 28. Mai 2009 nicht auf­recht­erhal­ten wer­den. Das deut­sche Recht und ins­be­son­de­re Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 5 GG sowie Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG sei­en nun­mehr im Sin­ne der Ent­schei­dung des Gerichts­hofs vom 28.Mai 2009 12 aus­zu­le­gen. Ergeb­nis der Aus­le­gung kön­ne dabei auch sein, dass Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG im kon­kre­ten Fal­le nicht ange­wen­det wer­den dür­fe. Denn der Gerichts­hof habe aus­ge­führt, dass die Argu­men­te, mit denen das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vom Vor­lie­gen eines sach­li­chen Grun­des aus­ge­gan­gen sei, heu­te nicht mehr durch­grei­fen könn­ten. Ver­trau­ens­schutz­er­wä­gun­gen könn­ten die Ungleich­be­hand­lung und Beein­träch­ti­gung der Grund­rech­te des Beschwer­de­füh­rers nicht mehr recht­fer­ti­gen, so dass die Über­gangs­vor­schrift des Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG jeden­falls heu­te ver­fas­sungs­wid­rig sei.

Der zwei­te Beschwer­de­füh­rer rügt eben­falls eine Ver­let­zung sei­ner Grund­rech­te aus Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 5 GG sowie – dar­über hin­aus – aus Art. 14 Abs. 1 GG. Die Ver­let­zung fol­ge dar­aus, dass Gesetz­ge­ber und Gerich­te die Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 28. Mai 2009 12 nicht umfas­send und ord­nungs­ge­mäß berück­sich­tigt und damit die Bedeu­tung von Art. 41 und Art. 46 EMRK ver­kannt hät­ten. Dem genann­ten Urteil kön­ne auch nicht ent­nom­men wer­den, dass eine Dif­fe­ren­zie­rung danach vor­ge­nom­men wer­den dür­fe, ob sich der Erb­fall vor oder nach dem Datum der Ent­schei­dung ereig­net habe; statt­des­sen sei­en nicht­ehe­li­che und ehe­li­che Kin­der aus­nahms­los gleich zu behan­deln. Bei der Abfas­sung des Zwei­ten Geset­zes zur erbrecht­li­chen Gleich­stel­lung nicht­ehe­li­cher Kin­der habe der Gesetz­ge­ber ver­kannt, dass sich Mög­lich­kei­ten zur jeden­falls wirt­schaft­li­chen Gleich­stel­lung der nicht­ehe­li­chen Kin­der gebo­ten hät­ten; auch die aus Art. 41 und Art. 46 EMRK fol­gen­den Ver­pflich­tun­gen habe der Gesetz­ge­ber nicht gese­hen. Dar­über hin­aus sei die Bedeu­tung des Pflicht­teils­rechts nicht beach­tet wor­den 13. Ver­trau­ens­schutz­er­wä­gun­gen könn­ten nicht ent­ge­gen­ste­hen. Dies erge­be sich auch aus den Urtei­len des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 13.06.1979 12 sowie vom 26. Febru­ar 2004 14.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bei­de Ver­fas­sungs­be­schwer­den nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, da Annah­me­grün­de für die Vefas­sungs­rich­ter nicht ersicht­lich sind:

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den haben kei­ne grund­sätz­li­che Bedeu­tung (§ 93a Abs. 2 Buch­sta­be a BVerfGG), da sie kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen auf­wer­fen, die sich nicht ohne wei­te­res aus dem Grund­ge­setz beant­wor­ten las­sen und die noch nicht durch die ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Recht­spre­chung geklärt oder durch ver­än­der­te Ver­hält­nis­se erneut klä­rungs­be­dürf­tig gewor­den sind 15. Ins­be­son­de­re die für bei­de Ver­fas­sungs­be­schwer­den zen­tra­le Fra­ge, ob die durch den Gesetz­ge­ber mit dem Zwei­ten Erb­rechts­gleich­stel­lungs­ge­setz vor­ge­se­he­ne Stich­tags­re­ge­lung ver­fas­sungs­ge­mäß ist, lässt sich anhand der durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Prü­fung von Stich­tags- und ande­ren Über­gangs­vor­schrif­ten ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be beant­wor­ten 16. Inso­weit ergibt sich auch weder aus der Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 28. Mai 2009 17 noch durch die sons­ti­ge Recht­spre­chung des Gerichts­hofs ein Anlass zu einer grund­sätz­li­chen Neu­be­wer­tung der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Sowohl im Hin­blick auf die kon­kre­te Aus­le­gung des Art. 6 Abs. 5 GG 18 als auch auf die all­ge­mei­ne Fra­ge der Bedeu­tung der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on sowie von Ent­schei­dun­gen des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te für die Aus­le­gung des inner­staat­li­chen deut­schen Rechts 19 wer­fen die vor­lie­gen­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den kei­ne Fra­gen auf, die noch nicht durch das Ver­fas­sungs­ge­richt geklärt oder erneut klä­rungs­be­dürf­tig gewor­den sind.

Die Annah­me der Ver­fas­sungs­be­schwer­den ist auch nicht zur Durch­set­zung der als ver­letzt gerüg­ten Grund­rech­te und grund­rechts­glei­chen Rech­te ange­zeigt (§ 93a Abs. 2 Buch­sta­be b BVerfGG). Denn die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind jeden­falls nicht begrün­det.

Prü­fungs­maß­stab[↑]

Art. 1 und 5 ZwErb­GleichG i.V.m. Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG a.F. ver­sto­ßen nicht gegen Art. 14 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 GG.

Der Beschwer­de­füh­rer macht eine Ver­let­zung der Erb­rechts­ga­ran­tie des Art. 14 Abs. 1 GG gel­tend. Auf die durch die Erb­rechts­ga­ran­tie von Ver­fas­sungs wegen ver­bürg­te erbrecht­li­che Lage kann sich nicht nur der Erb­las­ser beru­fen. Auch der dadurch begüns­tig­te Erbe genießt den Schutz des Grund­rechts und kann ihn, jeden­falls vom Ein­tritt des Erb­falls an, gel­tend machen 21. Dar­über hin­aus ist auch die grund­sätz­lich unent­zieh­ba­re und bedarfs­un­ab­hän­gi­ge wirt­schaft­li­che Min­dest­be­tei­li­gung der Kin­der am Nach­lass als tra­gen­des Struk­tur­prin­zip des gel­ten­den Pflicht­teils­rechts durch die Erb­rechts­ga­ran­tie des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützt 22. Art. 14 Abs. 1 GG gewähr­leis­tet in Satz 1 das Erbrecht sowohl als Rechts­in­sti­tut wie als Indi­vi­du­al­recht und über­lässt es in Satz 2 dem Gesetz­ge­ber, eben­so wie beim Eigen­tum Inhalt und Schran­ken des Erb­rechts zu bestim­men 23.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist aller­dings dann, wenn wie hier das Erbrecht der nicht­ehe­li­chen Kin­der betrof­fen ist, der Prü­fungs­maß­stab in ers­ter Linie der Spe­zi­al­norm des Art. 6 Abs. 5 GG zu ent­neh­men 24; damit sind die Ver­fas­sungs­be­schwer­den des Beschwer­de­füh­rers zu I)) wie auch des Beschwer­de­füh­rers zu II)) ein­heit­lich anhand die­ser Vor­schrift zu prü­fen.

Wie bereits in der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 8. Dezem­ber 1976 fest­ge­hal­ten, wäre eine Dif­fe­ren­zie­rung auch inner­halb der Grup­pe der nicht­ehe­li­chen Kin­der anhand des Art. 6 Abs. 5 GG auf ihre Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit zu beur­tei­len 25. Eine tat­be­stand­li­che Dif­fe­ren­zie­rung inner­halb der Grup­pe der nicht­ehe­li­chen Kin­der fin­det sich mit der Neu­re­ge­lung abge­se­hen von der Fra­ge der zeit­li­chen Rück­wir­kung der Reform jedoch nicht mehr.

Zu prü­fen bleibt indes – wie bei jeder Reform -, ob die Abgren­zung des zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reichs des alten und des neu­en Rechts und damit die Bestim­mung des Per­so­nen­krei­ses, der durch die Reform begüns­tigt oder benach­tei­ligt wird, mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz ver­ein­bar ist, d.h. ent­spre­chend den dazu in der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen sach­ge­recht vor­ge­nom­men wur­de 26. Wäh­rend die ange­grif­fe­ne Über­gangs­be­stim­mung grund­sätz­lich nicht mehr zwi­schen nicht­ehe­li­chen und ehe­li­chen Kin­dern dif­fe­ren­ziert, gilt sie – rück­wir­kend – erst für Erb­fäl­le ab dem 29. Mai 2009. Soweit der Erb­fall bereits vor die­sem Datum ein­ge­tre­ten ist, ändert sich an der damals gel­ten­den Rechts­la­ge nichts, d.h. in den vor­lie­gen­den Fäl­len bleibt der Aus­schluss des Erb- bzw. Pflicht­teils­rechts für vor dem 1.07.1949 gebo­re­ne nicht­ehe­li­che Kin­der bestehen.

Das Grund­recht aus Art. 6 Abs. 5 GG ent­hält nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts eine Wert­ent­schei­dung, die der Gesetz­ge­ber im Rah­men des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes zu beach­ten hat 27. Unehe­li­che Kin­der dür­fen grund­sätz­lich nicht schlech­ter behan­delt wer­den als ehe­li­che Kin­der, soweit sich nicht aus ihrer beson­de­ren Situa­ti­on recht­fer­ti­gen­de Grün­de für eine Ungleich­be­hand­lung erge­ben 28. Die in Art. 6 Abs. 5 GG ent­hal­te­ne Wert­ent­schei­dung kann auch dann ver­fehlt wer­den, wenn die gesetz­li­che Rege­lung ein­zel­ne Grup­pen nicht­ehe­li­cher Kin­der im Ver­hält­nis zu ande­ren Grup­pen schlech­ter stellt 29.

Tat­säch­lich kann dem Zwei­ten Erb­rechts­gleich­stel­lungs­ge­setz ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, dass zwar rück­wir­kend für Erb­fäl­le ab dem 29. Mai 2009 kei­ne wei­te­re Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen ehe­li­chen und nicht­ehe­li­chen Kin­dern – egal wel­chen Geburts­da­tums – mehr statt­fin­det, es aber bei vor die­sem Datum ein­ge­tre­te­nen Erb­fäl­len bei der alten Rege­lung ver­bleibt. Damit fällt zwar grund­sätz­lich die Dis­kri­mi­nie­rung zwi­schen den vor und nach dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen nicht­ehe­li­chen Kin­dern weg, sie bleibt aber inso­weit rele­vant, als inner­halb der Grup­pe der vor dem 1. Juli 1949 gebo­re­nen Kin­der nach dem Zeit­punkt des Erb­falls unter­schie­den wird. Damit wird aber pri­mär nicht mehr nach einem per­sön­li­chen Merk­mal – dem Geburts­da­tum -, son­dern anhand eines zufäl­li­gen, von außen kom­men­den Ereig­nis­ses dif­fe­ren­ziert, so dass die Ungleich­be­hand­lung nun­mehr von gerin­ge­rer Inten­si­tät ist 30. Eine Ungleich­be­hand­lung ist jeden­falls in die­ser ver­min­der­ten Inten­si­tät kaum ver­meid­bar.

Ohne­hin ist dem Gesetz­ge­ber bei der Schaf­fung von Über­gangs­re­ge­lun­gen not­wen­di­ger­wei­se ein gewis­ser Spiel­raum ein­zu­räu­men 31. Denn gera­de bei weit­rei­chen­den Ände­run­gen ist es unmög­lich, die unter dem alten Recht ent­stan­de­nen und womög­lich schon abge­wi­ckel­ten Rechts­ver­hält­nis­se voll­stän­dig dem neu­em Recht zu unter­stel­len. Auch ver­langt der Grund­satz der Rechts­si­cher­heit kla­re sche­ma­ti­sche Ent­schei­dun­gen über die zeit­li­che Abgren­zung zwi­schen dem alten und dem neu­en Recht, so dass es unver­meid­lich ist, dass sich in der Rechts­stel­lung der Betrof­fe­nen, je nach­dem, ob sie dem alten oder dem neu­en Recht zu ent­neh­men ist, Unter­schie­de erge­ben, die dem Ide­al der Rechts­gleich­heit wider­spre­chen 32. Ins­be­son­de­re kann die der Rechts­si­cher­heit die­nen­de Ein­füh­rung von Stich­ta­gen zu unter Umstän­den erheb­li­chen Här­ten füh­ren, wenn die tat­säch­li­che Situa­ti­on der­je­ni­gen Per­so­nen, die durch Erfül­lung der Stich­tags­vor­aus­set­zung gera­de noch in den Genuss der Neu­re­ge­lung kom­men, sich nur gering­fü­gig von der Lage der­je­ni­gen unter­schei­det, bei denen die­se Vor­aus­set­zung fehlt 33. Sol­che all­ge­mei­nen Frik­tio­nen und Här­ten in Ein­zel­fäl­len füh­ren jedoch nicht zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit einer im Gan­zen der Ver­fas­sung ent­spre­chen­den Neu­re­ge­lung; denn in aller Regel las­sen sich den Ver­fas­sungs­nor­men kei­ne siche­ren Anhalts­punk­te für die Ein­zel­hei­ten der zeit­li­chen Gel­tung des neu­en Rechts ent­neh­men, und das Ver­fas­sungs­ge­richt wür­de die Gren­zen sei­ner Prü­fungs­be­fug­nis über­schrei­ten, wenn es die vom Gesetz­ge­ber gewähl­te Über­gangs­re­ge­lung durch eine nach sei­ner Ansicht bes­se­re ersetz­te 34. Die ver­fas­sungs­recht­li­che Prü­fung von Stich­tags- und ande­ren Über­gangs­vor­schrif­ten muss sich daher in Erkennt­nis der auf­ge­zeig­ten Schwie­rig­kei­ten auf die Fra­ge beschrän­ken, ob der Gesetz­ge­ber den ihm zukom­men­den Spiel­raum in sach­ge­rech­ter Wei­se genutzt hat, ob er die für die zeit­li­che Anknüp­fung in Betracht kom­men­den Fak­to­ren hin­rei­chend gewür­digt hat und die gefun­de­ne Lösung sich im Hin­blick auf den gege­be­nen Sach­ver­halt und das Sys­tem der Gesamt­re­ge­lung durch sach­li­che Grün­de recht­fer­ti­gen lässt oder als will­kür­lich erscheint 35.

Im Übri­gen ent­spricht es der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, dass der Gesetz­ge­ber einen mit dem Grund­ge­setz unver­ein­ba­ren Rechts­zu­stand nicht rück­wir­kend besei­ti­gen muss, wenn die Ver­fas­sungs­rechts­la­ge bis­her nicht hin­rei­chend geklärt war 36. Dies muss erst recht in einem Fall wie dem vor­lie­gen­den gel­ten, in dem die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge mehr­fach durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­drück­lich bestä­tigt wur­de 37.

Den hier­nach eröff­ne­ten Spiel­raum hat der Gesetz­ge­ber nicht über­schrit­ten. Wie sich aus den Geset­zes­ma­te­ria­li­en ergibt, hat der Gesetz­ge­ber im Lau­fe des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens gera­de auch im Hin­blick auf die bereits in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den Erb­fäl­le die für und gegen die getrof­fe­ne Rege­lung spre­chen­den sach­li­chen Argu­men­te unter Ein­be­zie­hung der Recht­spre­chung sowohl des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts als auch des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te sorg­fäl­tig abge­wo­gen. So hat der Gesetz­ge­ber grund­sätz­lich berück­sich­tigt, dass dem Schutz des Ver­trau­ens der Väter nicht­ehe­li­cher Kin­der und deren erb­be­rech­tig­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nach der Ent­schei­dung des Gerichts­hofs vom 28. Mai 2009 nicht mehr der glei­che Stel­len­wert zukom­men konn­te wie bis­her ange­nom­men 38. Aller­dings müs­se dann ande­res gel­ten, wenn der Erb­fall bereits ein­ge­tre­ten und damit das Ver­mö­gen des Erb­las­sers bereits im Wege der Gesamt­rechts­nach­fol­ge auf die nach gel­ten­dem Recht beru­fe­nen Erben über­ge­gan­gen sei, da eine Ent­zie­hung die­ser Rechts­stel­lung eine ech­te Rück­wir­kung bedeu­tet hät­te, die ver­fas­sungs­recht­lich nur in engen Aus­nah­me­fäl­len mög­lich sei 39. Dabei stel­le der Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Gerichts­hofs eine Zäsur dar, da seit­her ein Zustand der Rechts­un­si­cher­heit bestan­den habe, der die Ent­ste­hung gefes­tig­ten und schutz­wür­di­gen Ver­trau­ens ver­hin­dert habe 40. Der Euro­päi­sche Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te selbst ver­lan­ge indes mit Ver­weis auf das dem Kon­ven­ti­ons­recht inne­woh­nen­de Prin­zip der Rechts­si­cher­heit nicht, dass Rechts­la­gen vor Ver­kün­dung des Urteils in Fra­ge gestellt wür­den 41.

Im Rechts­aus­schuss wur­de auch zu beden­ken gege­ben, dass der Wahl eines frü­he­ren Datums für das rück­wir­ken­de Inkraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung zum einen Ver­trau­ens­schutz­er­wä­gun­gen ent­ge­gen­stün­den, zum ande­ren prak­ti­sche Pro­ble­me zu befürch­ten sei­en; so sei zu beden­ken, dass zahl­rei­che bereits aus­ein­an­der­ge­setz­te Erben­ge­mein­schaf­ten wie­der zusam­men­tre­ten müss­ten, um sich erneut aus­ein­an­der­zu­set­zen. Wol­le man in die­sem Zusam­men­hang für die Fäl­le, in denen der Nach­lass bereits ver­braucht sei, eine Ent­rei­che­rungs­ein­re­de ein­füh­ren, stel­le sich dar­über hin­aus ein Gerech­tig­keits­pro­blem, da der­je­ni­ge, der den Nach­lass bereits ver­braucht habe, bes­ser gestellt wür­de als ein spar­sa­mer Nach­kom­me 42.

Die getrof­fe­ne Über­gangs­re­ge­lung beruht somit auf hin­rei­chend dif­fe­ren­zier­ten sach­li­chen Erwä­gun­gen.

Kei­ne wei­ter­ge­hen­de Rück­wir­kung wegen der EGMR-Recht­spre­chung[↑]

Der Gesetz­ge­ber war auch nicht durch die genann­te Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 28. Mai 2009 12 gehal­ten, eine wei­ter­ge­hen­de Rück­wir­kung vor­zu­se­hen.

Die Euro­päi­sche Kon­ven­ti­on der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten steht ledig­lich im Ran­ge eines ein­fa­chen Geset­zes 43. Sie ist jedoch als Aus­le­gungs­hil­fe bei der Aus­le­gung der Grund­rech­te und rechts­staat­li­chen Grund­sät­ze des Grund­ge­set­zes her­an­zu­zie­hen (Art. 1 Abs. 2 GG) 44. Dies gilt auch für ihre Aus­le­gung durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te 45. Die­se ver­fas­sungs­recht­li­che Bedeu­tung der Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und damit auch der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te beruht auf der Völ­ker­rechts­freund­lich­keit des Grund­ge­set­zes und sei­ner inhalt­li­chen Aus­rich­tung auf die Men­schen­rech­te 46. Ihre Her­an­zie­hung als Aus­le­gungs­hil­fe ver­langt aller­dings kei­ne sche­ma­ti­sche Par­al­le­li­sie­rung der Aus­sa­gen des Grund­ge­set­zes mit denen der Kon­ven­ti­on, son­dern ein Auf­neh­men ihrer Wer­tun­gen, soweit dies metho­disch ver­tret­bar und mit den Vor­ga­ben des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar ist 47.

Die getrof­fe­ne Stich­tags­re­ge­lung steht nicht im Wider­spruch zu den Vor­ga­ben der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und der genann­ten Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 28. Mai 2009 12.

So hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te bereits in der Marckx-Ent­schei­dung aus dem Jah­re 1979 klar­ge­stellt, dass Hand­lun­gen oder Rechts­la­gen, die vor der Ver­kün­dung eines Urteils lägen, nicht in Fra­ge gestellt wer­den müss­ten; dies fol­ge aus dem dem Kon­ven­ti­ons- wie dem Gemein­schafts­recht not­wen­di­ger­wei­se inne­woh­nen­den Prin­zip der Rechts­si­cher­heit 48. Nach der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te kann die Rechts­si­cher­heit auch als Recht­fer­ti­gungs­grund im Sin­ne des Art. 8 Abs. 2 EMRK die­nen 49. In der Ver­mei­re-Ent­schei­dung 50 hat der Gerichts­hof klar­ge­stellt, dass das Prin­zip der Rechts­si­cher­heit den betref­fen­den Mit­glied­staat von einer Ver­pflich­tung zur rück­wir­ken­den Ände­rung ent­bin­det. Der bel­gi­sche Staat sei zwar dazu ver­pflich­tet, rück­wir­kend ab dem Zeit­punkt des Marckx, Urteils eine Ände­rung des bel­gi­schen Rechts her­bei­zu­füh­ren. Soweit aber die Rechts­la­ge vor Ver­kün­dung des Marckx, Urteils betrof­fen sei, bestehe kei­ne Ver­an­las­sung, sie in Fra­ge zu stel­len 51. Ob ein Mit­glied­staat in Umset­zung sei­ner Pflicht zur Her­stel­lung eines kon­ven­ti­ons­ge­mä­ßen Zustan­des von einer wei­ter­ge­hen­den Rück­wir­kung nur – oder jeden­falls – dann abse­hen kann, wenn die zustän­di­gen Orga­ne hier­bei will­kür­lich han­del­ten 52, bleibt für den vor­lie­gen­den Fall jedoch ohne Belang, da von Will­kür ersicht­lich nicht aus­ge­gan­gen wer­den kann.

Kei­ne teleo­lo­gi­sche Erwei­te­rung der Über­gangs­re­ge­lung[↑]

Die Aus­le­gung und Anwen­dung der Art. 1 und 5 ZwErb­GleichG i.V.m. Art. 12 § 10 Abs. 2 Satz 1 NEhelG a.F. durch die ordent­li­chen Gerich­te in den vor­lie­gen­den Fäl­len ist von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den. Ins­be­son­de­re ist nicht ersicht­lich, dass die Gerich­te aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht gehal­ten gewe­sen wären, die Neu­re­ge­lung über den Wort­laut von Art. 5 ZwErb­GleichG hin­aus rück­wir­kend auf die Fäl­le der Beschwer­de­füh­rer anzu­wen­den. Dabei kann offen blei­ben, ob eine sol­che teleo­lo­gi­sche Erwei­te­rung in bestimm­ten Fäl­len, die in tat­säch­li­cher Hin­sicht dem durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te im Urteil vom 28.05.2009 ent­schie­de­nen ver­gleich­bar waren, in Betracht kommt 53.

Bei­de Aus­gangs­ver­fah­ren geben zur abschlie­ßen­den Beant­wor­tung die­ser Fra­ge kei­nen Anlass. Der ers­te Beschwer­de­füh­rer hat den behaup­te­ten inten­si­ven Kon­takt zu dem ansons­ten kin­der­lo­sen Erb­las­ser im Ver­fah­ren vor den ordent­li­chen Gerich­ten nicht recht­zei­tig vor­ge­bracht 54. Der zwei­te Beschwer­de­füh­rer hat ver­gleich­ba­re Umstän­de nicht vor­ge­tra­gen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 18. März 2013 – 1 BvR 2436/​11 und 1 BvR 3155/​11

  1. RGBl 1919,1383[]
  2. vgl. BVerfGE 8, 210, 216; 17, 148, 155; 25, 167, 185 ff.; 44, 1, 30 m.w.N.[]
  3. vgl. BVerfGE 8, 210, 221; 17, 280, 283, 286; 25, 167, 173; 44, 1, 18[]
  4. BGBl I S. 1243 – NEhelG[]
  5. BVerfGE 44, 1, 22; eben­so BVerfGK 2, 136; BVerfG, Beschluss vom 03.07.1996 – 1 BvR 563/​96[]
  6. EGMR, Urteil vom 28.05.2009 – 3545/​04 [Brauer/​Deutsch­land], NJW-RR 2009,1603[]
  7. EGMR, Urteil vom 13.06.1979 – 6833/​74 [Marckx/​Bel­gi­en], Series A No. 31, NJW 1979, 2449; Urteil vom 18.12.1986 – 9697/​82 [Johnston/​Irland], Series A No. 112, EuGRZ 1987, 313; Urteil vom 28.10.1987 – 8695/​79 [Inze/​Öster­reich], Series A No. 126, ÖJZ 1988, 177; Urteil vom 01.02.2000 – 34406/​97 [Mazurek/​Frank­reich], ECHR Reports of Judgments and Decisi­ons 2000-II, Fam­RZ 2000,1077; Urteil vom 03.10.2000 – 28369/​95 [Camp u.a./Nie­der­lan­de], ECHR Reports of Judgments and Decisi­ons 2000‑X[]
  8. Zwei­tes Gesetz zur erbrecht­li­chen Gleich­stel­lung nicht­ehe­li­cher Kin­der, zur Ände­rung der Zivil­pro­zess­ord­nung und der Abga­ben­ord­nung vom 12.04.2011, BGBl I S. 615 – ZwErb­GleichG[]
  9. BVerfG – 1 BvR 2436/​11[]
  10. OLG Köln, Beschluss vom 11.10.2010 – 2 Wx 39/​10; LG Köln, Beschluss vom 16.02.2010 – 11 T 305/​09; AG Köln, Beschluss vom 03.11.2009 – 11 T 305/​09[]
  11. BGH, Urteil vom 26.10.2011 – IV ZR 150/​10; OLG Ham­burg, Urteil vom 15.06.2010 – 2 U 8/​10; LG Ham­burg, Urteil vom 2.10.2010 – 309 O 278/​09[]
  12. EGMR, a.a.O.[][][][][]
  13. Ver­weis auf BVerfGE 112, 332[]
  14. EGMR, Urteil vom 26.02.2004 – 74969/​01 [Görgülü/​Deutschland], NJW 2004, S. 3397[]
  15. vgl. BVerfGE 90, 22, 24 f.; 96, 245, 248[]
  16. vgl. BVerfGE 13, 31, 38; 29, 283, 299 f.; 43, 242, 286 ff.; 44, 1, 21; 47, 85, 93 f.[]
  17. EGMR; Urteil vom 28.05.2009, a.a.O.[]
  18. vgl. BVerfGE 8, 210, 221; 17, 148, 155; 17, 280, 283 f.; 22, 163, 172; 25, 167, 173 ff.; 26, 44, 61; 44, 1, 17 ff.; 96, 56, 65[]
  19. vgl. BVerfGE 111, 307, 317 ff.; 128, 326, 366 ff.[]
  20. Art. 14 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 GG[]
  21. vgl. etwa BVerfGE 19, 202, 204, 206; 67, 329, 340; 112, 332, 349[]
  22. BVerfGE 112, 332, 349[]
  23. vgl. BVerfGE 19, 202, 206; 44, 1, 17[]
  24. BVerfGE 44, 1, 17 f.[]
  25. vgl. BVerfGE 44, 1, 18[]
  26. BVerfGE 44, 1, 18[]
  27. vgl. BVerfGE 8, 210, 221; 17, 280, 283; 25, 167, 173; Coes­ter-Walt­jen, in: von Münch/​Kunig, GG, 6. Aufl.2012, Art. 6 Rn. 124; Hess, Fam­RZ 1996, S. 781, 782[]
  28. vgl. BVerfGE 26, 44, 61; 96, 56, 65[]
  29. vgl. BVerfGE 22, 163, 172 m.w.N.[]
  30. vgl. BVerfGE 88, 87, 96[]
  31. vgl. BVerfGE 31, 275, 284 f.; 44, 1, 20 f.; 101, 239, 270[]
  32. vgl. BVerfGE 44, 1, 21[]
  33. vgl. BVerfGE 3, 58, 148; 13, 31, 38; 44, 1, 21; 58, 81, 126; 101, 239, 270; 117, 272, 301; 122, 151, 178; 126, 369, 399[]
  34. BVerfGE 44, 1, 21[]
  35. vgl. BVerfGE 13, 31, 38; 29, 283, 299 f.; 42, 263, 282 ff.; 43, 242, 286 ff.; 44, 1, 21; 47, 85, 93 f.; 58, 81, 126; 75, 78, 106; 80, 297, 311; 101, 239, 270; 117, 272, 301; 123, 111, 128; 126, 369, 399[]
  36. vgl. BVerfGE 84, 239, 284; 110, 94, 138; 120, 125, 168; 125, 175, 258; BVerfG, Beschluss vom 11.06.2010 – 1 BvR 170/​06, Fam­RZ 2010, S. 1309, 1310 f.[]
  37. vgl. BVerfGE 44, 1; BVerfGK 2, 136; BVerfG, Beschluss vom 03.07.1996 – 1 BvR 563/​96[]
  38. BT-Drs. 17/​3305, S. 6 f.; 17/​4776, S. 6[]
  39. BT-Drs. 17/​3305, S. 7; 17/​4776, S. 6 f.[]
  40. BT-Drs. 17/​3305, S. 7; 17/​4776, S. 6[]
  41. BT-Drs. 17/​3305, S. 7[]
  42. BT-Drs. 17/​4776, S. 6[]
  43. BVerfGE 111, 307, 317; 128, 326, 366 f.[]
  44. BVerfGE 128, 326, 366 ff.[]
  45. BVerfGE 128, 326, 366, 368 f.[]
  46. BVerfGE 128, 326, 366, 369 f.[]
  47. BVerfGE 111, 307, 323, 329; 128, 326, 366, 371 f.[]
  48. EGMR, Urteil vom 13.06.1979 – 6833/​74 [Marckx/​Belgien], a.a.O., S. 2454; s. auch EGMR, Urteil vom 18.09.2007 – 52336/​99 [Grie­chisch-ortho­do­xe Reli­gi­ons­ge­mein­schaft/​Deutschland]; Urteil vom 09.07.2009 – 11364/​03 [Mooren/​Deutschland], EuGRZ 2009, S. 566, 572, Rn. 72[]
  49. vgl. EGMR, Urteil vom 20.02.2003 – 47316/​99 [For­rer-Nie­den­t­hal/­Deutsch­land]; Urteil vom 04.09.2007 – 14379/​03 [Schaefer/​Deutschland][]
  50. EGMR, Urteil vom 29.11.1991 – 12849/​87 [Vermeire/​Belgien], Series A No. 214‑C, EuGRZ 1992, S. 12, 13, Rn.20[]
  51. EGMR, Urteil vom 29.11.1991, a.a.O., Rn. 22; vgl. auch EGMR, Urteil vom 30.11.2010 – 23614/​08 [Urban u.a./Polen]; Lei­pold, ZEV 2009, S. 488, 492[]
  52. vgl. EGMR, Urteil vom 30.11.2010 – 23614/​08 [Urban u.a./Polen], Rn. 65; Breu­er, in: Karpenstein/​Mayer, EMRK, 2012, Art. 46 Rn. 37[]
  53. in die­sem Sin­ne Lei­pold, in: Münch­Komm-BGB, 5. Aufl., aktua­li­siert am 26.06.2011, Einl. Rn. 130; ders., FPR 2011, S. 275, 279[]
  54. vgl. BVerfGE 68, 384, 388 f.; 77, 381, 401; 81, 97, 102; 107, 395, 414; 112, 50, 60[]