Erfül­lung – und die tat­säch­li­che Leis­tungs­be­wir­kung

Gemäß § 362 Abs. 1 BGB tritt nach der Theo­rie der rea­len Leis­tungs­be­wir­kung die Erfül­lungs­wir­kung als objek­ti­ve Fol­ge der Leis­tungs­be­wir­kung ein 1.

Erfül­lung – und die tat­säch­li­che Leis­tungs­be­wir­kung

Die Erfül­lungs­wir­kung ist kraft Geset­zes objek­ti­ve Tat­be­stands­fol­ge der Leis­tung. Ein zusätz­li­ches sub­jek­ti­ves Tat­be­stands­merk­mal ist grund­sätz­lich nicht erfor­der­lich 2.

Kann die Leis­tung des Schuld­ners daher einem bestimm­ten Schuld­ver­hält­nis, dh. einer bestimm­ten Leis­tungs­pflicht 3, zuge­ord­net wer­den oder reicht sie zur Til­gung aller Ver­bind­lich­kei­ten aus meh­re­ren Schuld­ver­hält­nis­sen aus, bedarf es zum Erlö­schen der For­de­run­gen kei­ner Til­gungs­be­stim­mung 4.

Ist der Schuld­ner dage­gen aus meh­re­ren Schuld­ver­hält­nis­sen im enge­ren Sin­ne 5 zu gleich­ar­ti­gen Leis­tun­gen ver­pflich­tet und reicht das von ihm Geleis­te­te nicht zur Til­gung sämt­li­cher Schul­den aus, wird die­je­ni­ge Schuld getilgt, die der Schuld­ner bestimmt (§ 366 Abs. 1 BGB) oder die sich aus der gesetz­li­chen Til­gungs­rei­hen­fol­ge (§ 366 Abs. 2 BGB) ergibt. Eine Til­gungs­be­stim­mung nach § 366 Abs. 1 BGB muss grund­sätz­lich "bei der Leis­tung” getrof­fen wer­den. Eine nach­träg­li­che Til­gungs­be­stim­mung ist unwirk­sam, wenn sie nicht aus­drück­lich oder kon­klu­dent vor­be­hal­ten war 6.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 6. Dezem­ber 2017 – 5 AZR 864/​16

  1. BGH 21.11.2013 – IX ZR 52/​13, Rn. 21 mwN[]
  2. Münch­Komm-BGB/­Fet­zer 7. Aufl. § 362 Rn. 7[]
  3. BGH 26.02.1986 – VIII ZR 28/​85, zu II 2 a der Grün­de, BGHZ 97, 197[]
  4. BGH 17.07.2007 – X ZR 31/​06, zu II 2 a der Grün­de; Münch­Komm-BGB/­Fet­zer 7. Aufl. § 362 Rn. 9 mwN[]
  5. zur Begriff­lich­keit sh. nur Münch­Komm-BGB/­Fet­zer 7. Aufl. Vor § 362 Rn. 1[]
  6. BGH 26.03.2009 – I ZR 44/​06, Rn. 46[]