Erhöh­ter Platz­be­darf – und kein Kün­di­gungs­recht

Ein erwei­ter­ter Platz­be­darf eines Mie­ter (hier: einer Zahn­arzt­pra­xis) begrün­det nicht das Vor­lie­gen eines wich­ti­gen Kün­di­gungs­grun­des i.S.d. § 543 BGB.

Erhöh­ter Platz­be­darf – und kein Kün­di­gungs­recht

Das Ver­wen­dungs­ri­si­ko für die Mieträu­me liegt bei den Mie­tern1.

Dass sich im Lau­fe der Jah­re ein erhöh­ter Platz­be­darf für die Pra­xis erge­ben hat, kann eben­so wenig eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung recht­fer­ti­gen wie der von Umstand, infol­ge neu­er Hygie­ne­richt­li­ni­en sei die Auf­la­ge zu erwar­ten, dass das Labor geschlos­sen wer­den müss­te. Unab­hän­gig davon, dass ein ent­spre­chen­des behörd­li­ches Ein­grei­fen bis­lang nicht erfolgt ist und ein Man­gel der Miet­sa­che damit nicht vor­liegt2, könn­te hier­von im vor­lie­gen­den Fall allen­falls ein Teil­be­reich der Labor­tä­tig­keit betrof­fen sein.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Novem­ber 2015 – XII ZR 114/​14

  1. st. Rspr. des Bun­des­ge­richts­hofs, vgl. etwa BGH, Urtei­le vom 13.07.2011 XII ZR 189/​09 NJW 2011, 3153 Rn. 9 mwN; und vom 17.03.2010 – XII ZR 108/​08 NZM 2010, 364 Rn. 17 mwN
  2. vgl. BGH, Urteil vom 20.11.2013 – XII ZR 77/​12 NZM 2014, 165 Rn.20