Erneu­ter Schim­mel in der Woh­nung

Wenn ein Man­gel an einer Woh­nung nach der Man­gel­be­sei­ti­gung erneut auf­tritt und dem Ver­mie­ter die­ses nicht mit­ge­teilt wor­den ist, hat der Mie­ter kei­nen Anspruch auf Scha­dens­er­satz.

Erneu­ter Schim­mel in der Woh­nung

So das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Ehe­paa­res, dass wegen wie­der­holt auf­tre­ten­dem Schim­mel­be­fall frist­los die Woh­nung kün­dig­te und die Umzugs­kos­ten vom Ver­mie­ter erstat­tet bekom­men woll­ten. Im Juli 2010 bil­de­te sich in der Woh­nung eines Münch­ner Ehe­paa­res Schim­mel in allen Räu­men mit Aus­nah­me des Flu­res. Der Haus­meis­ter des Anwe­sens behan­del­te die­sen dar­auf hin mit einem Schim­mel­be­sei­ti­gungs­spray. Im Janu­ar 2011 kam es erneut zu einem Schim­mel­be­fall. Dies zeig­ten die Mie­ter dem Ver­mie­ter an, wor­auf die­ser einen Maler­fach­be­trieb mit der Besei­ti­gung beauf­trag­te. In einem Schrei­ben teil­ten die Mie­ter mit, dass der Schim­mel zwar aktu­ell besei­tigt sei, sie aller­dings befürch­ten, dass er erneut auf­tre­ten könn­te und sich daher ein außer­or­dent­li­ches Kün­di­gungs­recht vor­be­hiel­ten. Als sich im Bad im März des glei­chen Jah­res erneut Schim­mel zeig­te, kün­dig­ten die Mie­ter frist­los, räum­ten die Woh­nung und ver­lang­ten vom Ver­mie­ter die Umzugs­kos­ten in Höhe von 500 Euro, die Mak­ler­kos­ten für die neue Woh­nung in Höhe von 1713 Euro sowie die Kos­ten für eine neue Küchen­ar­beits­plat­te in Höhe von 101 Euro. Die­ser wei­ger­te sich zu zah­len, schließ­lich habe man ihm von der neu­en Schim­mel­bil­dung nichts berich­tet. Er hät­te sich um die Man­gel­be­sei­ti­gung geküm­mert. Dar­auf­hin haben die ehe­ma­li­gen Mie­ter Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen ste­he den Klä­gern kein Anspruch auf Scha­dens­er­satz zu, da der erneut auf­ge­tre­te­ne Man­gel der Woh­nung, der Schim­mel im Bad, dem Ver­mie­ter nicht ange­zeigt wur­de. Eine sol­che erneu­te Anzei­ge­pflicht tref­fe die Mie­ter auch dann, wenn eine Män­gel­be­sei­ti­gung vor­ge­nom­men wur­de, die nicht dau­er­haft erfolg­reich gewe­sen sei.

Dies sei ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn der Ver­mie­ter objek­tiv der Mei­nung sein durf­te, er habe alles Erfor­der­li­che zur Man­gel­be­sei­ti­gung getan. Es sei auch vor­lie­gend nicht so, dass die vom Ver­mie­ter im Janu­ar 2011 in Auf­trag gege­be­ne Schim­mel­be­sei­ti­gung durch die Maler­fir­ma von vorn­her­ein völ­lig unge­eig­net war. Eine sol­che sei eine durch­aus fach­ge­rech­te Maß­nah­me. Dem Ver­mie­ter sei durch die Mie­ter schließ­lich auch bestä­tigt wor­den, dass der Schim­mel aktu­ell besei­tigt wor­den sei. Ein wei­te­res Zuwar­ten sei den Mie­tern auch zumut­bar gewe­sen.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 8. Novem­ber 2011 – 431 C 20886/​11