Erstat­tungs­fä­hig­keit der Inkas­s­o­kos­ten bei Schuld­ner­ver­zug

Hin­sicht­lich der vor­ge­richt­li­chen Inkas­s­o­kos­ten ste­hen der Klä­ge­rin der Betrag zu, der der gesetz­li­chen Gebühr eines Rechts­an­walts für ein Schrei­ben ein­fa­cher Art (0,3‑Geschäftsgebühr gemäß Nr. 2302 VV RVG) bei einem Gegen­stands­wert in Höhe von der Haupt­for­de­rung zuzüg­lich der Aus­la­gen­pau­scha­le und Umsatz­steu­er ent­spricht.

Erstat­tungs­fä­hig­keit der Inkas­s­o­kos­ten bei Schuld­ner­ver­zug

Denn im vor­lie­gen­den Fall wäre als adäqua­te vor­ge­richt­li­che Rechts­ver­fol­gung ein ein­fa­ches Mahn­schrei­ben durch einen Rechts­an­walt aus­rei­chend gewe­sen, um den Beklag­ten den Ernst der Lage vor Augen zu füh­ren; einer recht­li­chen Prü­fung der Berech­ti­gung der For­de­rung bedurf­te es aus Sicht der Klä­ge­rin nicht mehr [1].

Soweit die Tätig­keit eines Inkas­so­un­ter­neh­mens auch das all­ge­mei­ne For­de­rungs­ma­nage­ment beinhal­tet und von der Klä­ge­rin ver­gü­tet wur­de, sind die­se Kos­ten nicht als adäqua­te Rechts­ver­fol­gungs­kos­ten vom Beklag­ten zu erstat­ten. Grund­sätz­lich obliegt das For­de­rungs­ma­nage­ment dem Gläu­bi­ger auf eige­ne Kos­ten selbst [2]. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn der Gläu­bi­ger – wie hier die Klä­ge­rin – eine Kapi­tal­ge­sell­schaft ist.

Amts­ge­richt Kehl, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2013 – 5 C 461/​13

  1. vgl. AG Mel­dorf NJW-RR 2011, 1629[]
  2. vgl. AG Dort­mund MDR 2012, 1220[]