Erst­in­stanz­li­che Beweis­wür­di­gung – und die Bin­dung des Beru­fungs­ge­richts

Das Beru­fungs­ge­richt ist im Rah­men des § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO an die von der 1. Instanz fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen gebun­den, soweit nicht kon­kre­te Anhalts­punk­te Zwei­fel an der Rich­tig­keit oder Voll­stän­dig­keit der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fest­stel­lun­gen begrün­den und eine erneu­te Fest­stel­lung gebie­ten.

Erst­in­stanz­li­che Beweis­wür­di­gung – und die Bin­dung des Beru­fungs­ge­richts

Soweit ein­zel­ne For­mu­lie­run­gen im Beru­fungs­ur­teil nahe­le­gen, dass der Ein­zel­rich­ter die Beweis­wür­di­gung für zwei­fel­haft erach­tet hat, hät­te er die Beweis­auf­nah­me wie­der­ho­len müs­sen1. Da dies nicht gesche­hen ist, muss­te er von dem erst­in­stanz­li­chen Beweis­ergeb­nis aus­ge­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­sä, umnis­ur­teil vom 23. März 2017 – III ZR 93/​16

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 30.11.2011 – III ZR 165/​11 Rn. 5 f, auch zu hier nicht ein­schlä­gi­gen Aus­nah­men []