Esra – Per­sön­lich­keits­ver­let­zung in Roman­form

Wegen Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts durch Ver­öf­fent­li­chung des Romans „Esra” bestehen kei­ne Ansprü­che auf eine Geld­ent­schä­di­gung, ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof und bestä­tig­te damit ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen.

Esra – Per­sön­lich­keits­ver­let­zung in Roman­form

Die Klä­ge­rin ver­langt Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung ihres all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts durch den Roman „Esra”, des­sen Ver­le­ge­rin die Beklag­te zu 1 und des­sen Autor der Beklag­te zu 2 ist. Der Roman erzählt die Lie­bes­ge­schich­te von „Adam” und „Esra”, einem Schrift­stel­ler und einer Schau­spie­le­rin. Die Klä­ge­rin, die sich in der Roman­fi­gur der „Esra” wie­der­erkennt, hat nach Erschei­nen des Romans ein gericht­li­ches Ver­brei­tungs­ver­bot erwirkt. Nun­mehr begehrt sie zusätz­lich eine Geld­ent­schä­di­gung in Höhe von 50.000 € wegen Ver­let­zung ihres Per­sön­lich­keits-rechts.

Das Land­ge­richt Mün­chen I hat die Beklag­ten antrags­ge­mäß ver­ur­teilt1. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen die Kla­ge abge­wie­sen2. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin zum Bun­des­ge­richts­hof hat­te jetzt kei­nen Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die beson­de­re Bedeu­tung der Kunst­frei­heit betont. Deren hoher Rang und schran­ken­lo­se Gewähr­leis­tung gebie­ten bei der Zuer­ken­nung einer Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung von Per­sön­lich­keits­rech­ten durch Kunst­wer­ke beson­de­re Zurück­hal­tung. Obwohl die Ver­öf­fent­li­chung die Klä­ge­rin in ihren Per­sön­lich­keits­rech­ten schwer­wie­gend betraf, bestand im Streit­fall kein Anspruch der Klä­ge­rin auf Zuer­ken­nung einer Geld­ent­schä­di­gung. Dabei waren im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung ins­be­son­de­re die äußerst schwie­ri­ge Bestim­mung der Gren­zen der Kunst­frei­heit und die Tat­sa­che zu berück­sich­ti­gen, dass das von der Klä­ge­rin erwirk­te Ver­bot des Romans bereits erheb­lich in die Kunst­frei­heit ein­greift.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Novem­ber 2009 – VI ZR 219/​08

  1. LG Mün­chen I, Urteil vom 13.02.2008 – 9 O 7835/​06
  2. OLG Mün­chen, Urteil vom 08.07.2008, 18 U 2280/​08