Exo­ten­ge­wäch­se im Gar­ten

Auch in hei­mi­schen Gär­ten wächst so manch Exo­ti­sches – und beschäf­tigt die Nach­barn und mit­un­ter auch die Gerich­te. So hat­te sich das Amts­ge­richt LIch­ten­fels jetzt mit Ele­fan­ten­gras bzw. Rie­sen-Chi­na­schilf (Miscan­thus x gigan­teus) zu befas­sen. Dort woll­te ein Klä­ger errei­chen, dass die näher als 2 Meter an der Gren­ze ste­hen­den Ele­fan­ten­gras­pflan­zen auf dem Nach­bar­grund­stück besei­tigt wer­den.

Exo­ten­ge­wäch­se im Gar­ten

Seit 2005 bau­te der Beklag­te auf sei­nem Grund­stück das Schilf­ge­wächs an, das 4 bis 5 Meter hoch wer­den kann. Immer im spä­ten Früh­jahr wer­den die Süß­grä­ser geern­tet und als Brenn­ma­te­ri­al ver­wen­det. Der Klä­ger mein­te nun, das Ele­fan­ten­gras dür­fe nicht näher als 2 Meter an sein Haus­grund­stück her­an­wach­sen. Er berief sich auf Brand­ge­fahr bei län­ge­ren Dür­re­pe­ri­oden und auf die Bestim­mun­gen des Nach­bar­rechts zum Min­dest­grenz­ab­stand von Büschen und Bäu­men.

Die ein­zu­hal­ten­den Grenz­ab­stän­de erge­ben sich aus dem in dem jewei­li­gen Bun­des­land gel­ten­den Nach­bar­recht, dort sind in aller Regel Min­dest­ab­stän­de für die ver­schie­de­nen Bäu­me, Sträu­cher und Büsche vor­ge­schrie­ben. Das Pro­blem ist nur: Für einen Exo­ten wie Ele­fan­ten­gras fin­det sich dort kein aus­drück­li­cher Ein­trag.

Ohne Erfolg, das Amts­ge­richt Lich­ten­fels wies die Kla­ge ab. Miscan­thus x gigan­teus ist näm­lich weder Busch noch Baum, son­dern Stau­den­ge­wächs, bei dem im Herbst alle über dem Boden befind­li­chen Tei­le abster­ben. Für Stau­den gel­ten die Grenz­ab­stands­vor­schrif­ten jedoch nicht. Auch eine beson­de­re Brand­ge­fahr konn­te das Gericht nicht erken­nen. Selbst bei einem Wald kann nur die Ein­hal­tung eines Abstands von 0,5 Metern ver­langt wer­den – und da ist in hei­ßen Zei­ten und mit Blick auf abge­stor­be­ne Blät­ter die Brand­ge­fahr nicht gerin­ger. Nach­dem das Beklag­ten-Grund­stück nörd­lich des klä­ge­ri­schen Grund­stücks liegt, wird dem Klä­ger trotz der Höhe der Pflan­zen auch kein Son­nen­licht genom­men.

Amts­ge­richt Lich­ten­fels, Urteil vom 3. April 2009 – 1 C 364/​08 (rechts­kräf­tig)