Fahr­aus­weis ver­lo­ren?

Die Klau­seln "Für ver­lo­re­ne oder gestoh­le­ne Fahr­aus­wei­se kann kein Ersatz gewährt wer­den." und "Eine Erstat­tung für ver­lo­ren gegan­ge­ne oder gestoh­le­ne Fahr­aus­wei­se erfolgt nicht." in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen von Rei­se­un­ter­neh­men sind nach § 307 BGB wegen unan­ge­mes­se­ner Benach­tei­li­gung der Kun­den unwirk­sam.

Fahr­aus­weis ver­lo­ren?

Nach § 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB ist eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung im Zwei­fel anzu­neh­men, wenn eine Bestim­mung wesent­li­che Rech­te oder Pflich­ten, die sich aus der Natur des Ver­trags erge­ben, so ein­schränkt, daß die Errei­chung des Ver­trags­zwecks gefähr­det ist. Durch die strei­ti­gen Klau­seln wer­den die Haupt­pflicht der Beklag­ten, die bezahl­te Beför­de­rungs­leis­tung zu erbrin­gen, und damit zugleich der Ver­trags­zweck immer ver­ei­telt, wenn dem Fahr­gast der Fahr­schein abhan­den kommt.

BGH, Urteil vom 1. Febru­ar 2005 – X ZR 10/​04