Fal­sche Sach­be­hand­lung – und die Erhe­bung fik­ti­ver Gerichts­kos­ten

Die Vor­schrift des § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG hin­dert das Gericht nicht, die Nicht­er­he­bung von Kos­ten inso­weit nicht zu beschlie­ßen, als sol­che bei rich­ti­ger Behand­lung der Sache ent­stan­den wären.

Fal­sche Sach­be­hand­lung – und die Erhe­bung fik­ti­ver Gerichts­kos­ten

Von der Nicht­er­he­bung der Kos­ten sind die­je­ni­gen aus­zu­neh­men, die auch bei rich­ti­ger Behand­lung der Sache durch das Gericht ent­stan­den wären.

Die Bestim­mung des § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG ord­net nur die Nicht­er­he­bung der durch unrich­ti­ge Sach­be­hand­lung ver­ur­sach­ten Kos­ten an, schließt jedoch die Erhe­bung von Kos­ten, die bei rich­ti­gem Ver­hal­ten des Gerichts unwei­ger­lich ent­stan­den wären, nicht aus. Es kann nicht Zweck der Bestim­mung sein, die Gemein­schaft der Bür­ger nicht nur für die ent­stan­de­nen, son­dern auch die unver­meid­ba­ren Kos­ten anstel­le der Pro­zess­par­tei­en ein­ste­hen zu las­sen, nur weil das Gericht die Sache falsch behan­delt hat. Dann zögen die Par­tei­en aus dem Feh­ler des Gerichts einen durch nichts gerecht­fer­tig­ten Vor­teil zu Las­ten der All­ge­mein­heit1.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 19. Janu­ar 2015 – 6 W 225/​14

  1. vgl. auch: Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 44. Aufl., § 21 GKG Rn. 42