Fest­stel­lungs­kla­ge – und die Klä­rung von Vor­fra­gen

Gegen­stand einer Fest­stel­lungs­kla­ge nach § 256 ZPO kann nur das Bestehen oder Nicht­be­stehen eines Rechts­ver­hält­nis­ses sein, d.h. der aus einem kon­kre­ten Lebens­sach­ver­halt ent­stan­de­nen Rechts­be­zie­hun­gen; nicht zuläs­sig ist eine Fest­stel­lung zur Klä­rung ein­zel­ner Vor­fra­gen, zur Klä­rung der Ele­men­te eines Rechts­ver­hält­nis­ses oder zur Klä­rung der Berech­nungs­grund­la­gen eines Anspruchs oder einer Leis­tungs­pflicht 1.

Fest­stel­lungs­kla­ge – und die Klä­rung von Vor­fra­gen

Hier­an gemes­sen ist ein Fest­stel­lungs­an­trag sei­nem Wort­laut nach unzu­läs­sig, wenn die bean­trag­te Fest­stel­lung nicht auf das Bestehen oder Nicht­be­stehen eines Rechts­ver­hält­nis­ses abzielt, son­dern auf die abs­trak­te Aus­le­gung einer Kos­ten­re­ge­lung in der Gemein­schafts­ord­nung.

Aller­dings ist bei der Aus­le­gung des Kla­ge­an­trags nicht am buch­stäb­li­chen Sinn des Aus­drucks zu haf­ten, son­dern der wirk­li­che Wil­le der Par­tei zu erfor­schen. Im Zwei­fel ist das­je­ni­ge gewollt, was nach den Maß­stä­ben der Rechts­ord­nung ver­nünf­tig ist und der wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen­la­ge ent­spricht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­sä, umnis­ur­teil vom 13. Mai 2016 – V ZR 152/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 02.03.2012 – V ZR 159/​11, NJW-RR 2012, 1223 Rn. 16 mwN[]
  2. st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 04.07.2014 – V ZR 298/​13, NJW 2014, 3314 Rn. 15 mwN[]