For­de­rungs­ab­tre­tung erfül­lungs­hal­ber

Tritt ein Schuld­ner eine For­de­rung an den Gläu­bi­ger ab und soll sich der Gläu­bi­ger nach dem Wil­len der Par­tei­en aus der abge­tre­te­nen For­de­rung befrie­di­gen, han­delt es sich im All­ge­mei­nen um eine Leis­tung erfül­lungs­hal­ber.

For­de­rungs­ab­tre­tung erfül­lungs­hal­ber

Tritt ein Schuld­ner einen Anspruch an den Gläu­bi­ger ab, gilt die Aus­le­gungs­re­gel des § 364 Abs. 2 BGB zwar nicht unmit­tel­bar. Im All­ge­mei­nen ist aber eine Leis­tung erfül­lungs­hal­ber anzu­neh­men, weil der Gläu­bi­ger regel­mä­ßig nicht bereit sein wird, das Boni­täts­ri­si­ko (§ 365 BGB) zu tra­gen 1. Dies gilt vor­lie­gend in beson­de­rem Maße, denn die Abtre­tung bezog sich auf künf­ti­ge For­de­run­gen aus einem noch gar nicht geschlos­se­nen Ver­trag. Noch nicht ein­mal die zu ver­äu­ßern­den Erd­bee­ren waren im Zeit­punkt der Abtre­tung exis­tent. Nicht nur siche­rungs­hal­ber 2 erfolg­te die Abtre­tung, weil sich der Beklag­te nach den Ver­ein­ba­run­gen der Par­tei­en aus den abge­tre­te­nen Ansprü­chen befrie­di­gen soll­te und nicht nur durf­te.

Im Fal­le einer Leis­tung erfül­lungs­hal­ber erlischt das Schuld­ver­hält­nis erst, wenn der Gläu­bi­ger sich aus dem Geleis­te­ten befrie­digt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2013 – IX ZR 127/​11

  1. Münch­Komm-BGB/­Fet­zer, 6. Aufl., § 364 Rn. 8; Staudinger/​Olzen, BGB, 2006, § 364 Rn. 36; BeckOKBGB/​Dennhardt, Stand 1.11.2013, § 364 Rn. 5; Palandt/​Grüneberg, BGB, 73. Aufl., § 364 Rn. 6[]
  2. vgl. Münch­Komm-BGB/­Fet­zer, aaO § 364 Rn. 6[]
  3. BGH, Urteil vom 20.11.1997 – IX ZR 152/​96, WM 1998, 40, 43; Münch­Komm-BGB/­Fet­zer, aaO; Palandt/​Grüneberg, aaO Rn. 8[]