For­ma­lia einer Beschwer­de­ent­schei­dung

Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, müs­sen nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs den für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Sach­ver­halt wie­der­ge­ben [1].

For­ma­lia einer Beschwer­de­ent­schei­dung

Nach § 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO hat das Rechts­be­schwer­de­ge­richt grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beschwer­de­ge­richt fest­ge­stellt hat. Feh­len tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen, ist es zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage. Aus­füh­run­gen des Beschwer­de­ge­richts, die eine sol­che Über­prü­fung nicht ermög­li­chen, sind kei­ne Grün­de im zivil­pro­zes­sua­len Sin­ne. Sie begrün­den einen Ver­fah­rens­man­gel, der von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen ist und die Auf­he­bung der Beschwer­de­ent­schei­dung nach sich zieht [2].

So liegt es hier. Das Beschwer­de­ge­richt gibt ledig­lich den amts­ge­richt­li­chen Beschluss über die Fest­set­zung der Ver­gü­tung sowie den dage­gen erho­be­nen Ein­wand wie­der, bei der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge han­de­le es sich um eine beweg­li­che Sache, die nicht Zube­hör des Grund­stücks sei. Die Eigen­tums­ver­hält­nis­se an dem Grund­stück wer­den eben­so wenig dar­ge­stellt wie der Inhalt des die Zwangs­ver­wal­tung anord­nen­den Beschlus­ses; damit ist auch der Gegen­stand der Zwangs­ver­wal­tung nicht ersicht­lich. Fer­ner fehlt es an der Dar­le­gung des Hin­ter­grun­des der Errich­tung und des Betriebs der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge. Ohne die­se tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen kann die Fra­ge, ob die Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen bei der Berech­nung der Ver­wal­ter­ver­gü­tung zu berück­sich­ti­gen sind, nicht beant­wor­tet wer­den. Die maß­geb­li­chen Tat­sa­chen erge­ben sich auch nicht aus dem wei­te­ren Inhalt des Beschlus­ses oder den in ihm ent­hal­te­nen Bezug­nah­men. Die erfolg­te pau­scha­le Ver­wei­sung auf den Akten­in­halt ist unzu­läs­sig, da es nicht Auf­ga­be des Rechts­be­schwer­de­ge­richts ist, sich anhand der Akten selbst ein Bild des Sach- und Streit­stan­des zu ver­schaf­fen [3]. Die Bezug­nah­me auf die Beschwer­de­schrift führt eben­falls nicht wei­ter, da in die­ser ledig­lich recht­li­che Aus­füh­run­gen zu der Fra­ge der Zube­hör­ei­gen­schaft ent­hal­ten sind. In den Grün­den des ange­grif­fe­nen Beschlus­ses führt das Beschwer­de­ge­richt an, dass es sich bei der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge um Zube­hör des zu ver­stei­gern­den Grund­stücks han­de­le. Aus dem Ver­weis auf die amts­ge­richt­li­che Ent­schei­dung ergibt sich dem­ge­gen­über, dass Ver­wal­tungs­ob­jekt ein näher bezeich­ne­ter Mit­ei­gen­tums­an­teil ver­bun­den mit Son­der­ei­gen­tum an einem Grund­stück ist. Inso­weit bleibt unklar, von wel­chem Sach­ver­halt das Beschwer­de­ge­richt bei sei­ner Prü­fung aus­geht.

, Beschluss vom 20. Novem­ber 2014 – V ZB 204/​13

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.07.2014 – V ZB 157/​13 3; Beschluss vom 07.04.2011 – V ZB 301/​10, WuM 2011, 377 Rn. 3; BGH, Beschluss vom 14.06.2010 – II ZB 20/​09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 5; Beschluss vom 20.06.2001 – IX ZB 56/​01, NJW 2002, 2648, 2649 jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 17.07.2014 – V ZB 157/​13 3; Beschluss vom 18.04.2013 – V ZB 81/​12 3; Beschluss vom 11.05.2006 – V ZB 70/​05, FamRZ 2006, 1030[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2002 – V ZR 107/​01, NJW-RR 2002, 1076; BGH, Urteil vom 30.01.1979 – VI ZR 154/​78, BGHZ 73, 248, 250[]