Gebüh­ren­fest­set­zung für ein vor­läu­fi­ges Zah­lungs­ver­bot

Die für eine Vor­pfän­dung zur Voll­stre­ckung eines Zah­lungs­ur­teils anfal­len­de Gebühr nach VV RVG Nr. 3309 kann gemäß § 11 RVG durch das Voll­stre­ckungs­ge­richt fest­ge­setzt wer­den.

Gebüh­ren­fest­set­zung für ein vor­läu­fi­ges Zah­lungs­ver­bot

Kos­ten einer Vor­pfän­dung bezüg­lich eines gericht­li­chen Titels gehö­ren nach Ansicht des Land­ge­richts Frei­burg zu den nach § 11 RVG fest­setz­ba­ren Kos­ten eines gericht­li­chen Ver­fah­rens. Hier­für spre­chen sys­te­ma­ti­sche und teleo­lo­gi­sche Über­le­gun­gen.

§ 11 RVG ermög­licht es dem Rechts­an­walt, auf unkom­pli­zier­tem Wege zu einem Titel über sei­ne Hono­rar­for­de­rung gegen die eige­ne Par­tei zu gelan­gen. Für den Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift hat sich der Gesetz­ge­ber ersicht­lich an dem­je­ni­gen der Vor­schrif­ten des § 104 ZPO über die Kos­ten­fest­set­zung gegen die unter­le­ge­ne Par­tei ori­en­tiert, an deren Stel­le im Fall der Zwangs­voll­stre­ckung § 788 ZPO tritt 1.

Die Kos­ten einer Vor­pfän­dung kön­nen gegen den Schuld­ner jedoch nach § 788 Abs. 2 ZPO fest­ge­setzt wer­den 2. Wenn sol­che Kos­ten gegen den Geg­ner fest­ge­setzt wer­den kön­nen, spricht dies nach der Sys­te­ma­tik des Geset­zes für die Mög­lich­keit der Fest­set­zung auch gegen die eige­ne Par­tei. Dies erscheint auch zweck­mä­ßig, zumal die Erhe­bung von Ein­wen­dun­gen nicht gebüh­ren­recht­li­cher Art einer ver­ein­fach­ten Fest­set­zung ohne­hin ent­ge­gen­steht (§ 11 Abs. 5 RVG).

In der Lite­ra­tur wird zwar die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Fest­setz­bar­keit nach § 11 RVG davon abhän­ge, dass „ein gericht­li­ches Ver­fah­ren anhän­gig gemacht wird“ ; der „blo­ße Pfän­dungs­auf­trag an den Gerichts­voll­zie­her“ dür­fe hin­ge­gen nicht aus­rei­chend sein, da dem Gericht in die­sem Fall die aus­rei­chen­de Sach­kennt­nis feh­le 3. Falls damit gesagt sein soll, dass Kos­ten der Zwangs­voll­stre­ckung nur inso­weit nach § 11 RVG fest­ge­setzt wer­den sol­len, als die­se im Zusam­men­hang mit einer voll­stre­ckungs­ge­richt­li­chen Voll­stre­ckungs­hand­lung ste­hen, kann das Beschwer­de­ge­richt dem jedoch nicht fol­gen. Aus § 788 Abs. 2 ZPO ergibt sich näm­lich auch, dass der Gesetz­ge­ber die von ihm auch im Rah­men des § 11 RVG vor­aus­ge­setz­te Sach­kun­de 4 beim Voll­stre­ckungs­ge­richt all­ge­mein als gege­ben annimmt.

Land­ge­richt Frei­burg, Beschluss vom 2. Mai 2012 – 3 T 25/​12

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 15.02.2005 – X ARZ 409/​04, NJW 2005, S. 1273[]
  2. vgl. Stö­ber, in: Zöl­ler, ZPO, 29. Aufl. 2012, § 788 Rn. 6; sie­he bei­spiel­haft LG Bonn, Beschluss vom 09.09.2011 – 4 T 336/​11[]
  3. vgl. May­er, in: Mayer/​Kroiß, RVG, 5. Auf. 2012, § 11 Rn. 16 Stich­wort „Zwangs­voll­stre­ckung“ unter Ver­weis auf BT-Druck­sa­che 15/​1971 S. 189[]
  4. BT-Druck­sa­che 15/​1971 S. 189[]