Gebüh­ren­pflich­ti­ge Streit­wert­be­schwer­den

Streit­wert­be­schwer­den sind grund­sätz­lich gerichts­ge­büh­ren­frei, § 68 Abs. 2 GKG. Hier­von macht der Bun­des­ge­richts­hof nun jedoch eine Aus­nah­me: § 68 Abs. 3 GKG gilt nur für statt­haf­te Beschwer­den 1.

Gebüh­ren­pflich­ti­ge Streit­wert­be­schwer­den

Im vor­lie­gen­den Fall war die Beschwer­de unzu­läs­sig, weil die Streit­wert­fest­set­zung durch ein Ober­lan­des­ge­richt erfolgt ist und gemäß § 68 Abs. 1 Satz 5, § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG eine Beschwer­de gegen die Fest­set­zung des Streit­werts an einen obers­ten Gerichts­hof des Bun­des nicht statt­fin­det.

Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht dar­auf, dass die gesetz­lich bestimm­te Gebüh­ren­frei­heit (§ 66 Abs. 8, § 68 Abs. 3 GKG) nur für statt­haf­te Ver­fah­ren gilt 2. Die wie hier kraft Geset­zes aus­ge­schlos­se­nen Beschwer­den sind daher kos­ten­pflich­tig.

Dies ent­sprach bereits der Rechts­la­ge zu der Vor­gän­ger­vor­schrift des § 68 Abs. 3 GKG 3 und gilt ent­ge­gen eini­gen jün­ge­ren Ent­schei­dun­gen von Ober­lan­des­ge­rich­ten 4 auch nach der durch das Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Kos­ten­rechts (Kos­ten­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz – KostRMoG) vom 05.05.2004 5 vor­ge­nom­me­nen Neu­fas­sung der Bestim­mun­gen über die Beschwer­de gegen die Fest­set­zung des Streit­werts fort 6.

Aus der Geset­zes­sys­te­ma­tik folgt, dass sich die Gebüh­ren­frei­heit des § 68 Abs. 3 GKG auf die Ver­fah­ren bezieht, die in den vor­an­ge­gan­ge­nen Absät­zen des § 68 GKG genannt sind, und somit allein die hier­nach statt­haf­ten Rechts­mit­tel umfasst. Die Neu­fas­sung der Vor­schrift durch das Kos­ten­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz hat dar­an nichts geän­dert. Dies weist schon die Geset­zes­be­grün­dung aus 7. Danach sol­len "sowohl das Ver­fah­ren über die (wei­te­re) Beschwer­de als auch das Ver­fah­ren über den Antrag auf Wie­der­ein­set­zung in den vor­he­ri­gen Stand ein­schließ­lich des inso­weit eröff­ne­ten Beschwer­de­ver­fah­rens" gebüh­ren­frei sein, womit der Gesetz­ge­ber den Kreis der gebüh­ren­frei­en Ver­fah­ren bestimmt hat. Zudem soll § 68 Abs. 3 GKG aus­drück­lich dem § 25 Abs. 4 GKG a.F. ent­spre­chen, der durch die Recht­spre­chung im Sin­ne einer feh­len­den Gebüh­ren­be­frei­ung für unstatt­haf­te Beschwer­den aus­ge­formt war 8. Schließ­lich gebie­tet der Zweck der Gebüh­ren­be­frei­ung, Kos­ten­ver­fah­ren zu besei­ti­gen, die sich aus ande­ren Kos­ten­ver­fah­ren erge­ben 9, kei­ne Gebüh­ren­be­frei­ung für unstatt­haf­te Beschwer­den 10. Dies gilt unver­än­dert fort.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2014 – IV ZB 4/​14

  1. Fort­füh­rung von BGH, Beschlüs­se vom 17.10.2002 – IX ZB 303/​02, NJW 2003, 69; und vom 22.02.1989 – IVb ZB 2/​89 sowie Bestä­ti­gung von BGH, Beschlüs­se vom 07.12 2010 – VIII ZB 77/​10; und vom 14.06.2007 – V ZB 42/​07[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 07.12 2010 – VIII ZB 77/​10; und vom 14.06.2007 – V ZB 42/​07[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.02.1989 IVb ZB 2/​89 5; und vom 17.10.2002 – IX ZB 303/​02, NJW 2003, 69[]
  4. OLG Koblenz MDR 2012, 1315 und OLG Frank­furt NJW-RR 2012, 1022[]
  5. BGBl. I S. 718[]
  6. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.12 2010; und vom 14.06.2007 aaO[]
  7. BR-Drs. 830/​03 S. 187[]
  8. BGH, Beschluss vom 22.02.1989 – IVb ZB 2/​89 5[]
  9. BT-Drs. 7/​2016 S. 62[]
  10. vgl. BGH, Beschluss vom 17.10.2002 – IX ZB 303/​02, NJW 2003, 69 f.[]