Gerichts­brief­kas­ten – und der Ver­lust des Frist­ver­län­ge­rungs­an­trags

Bei Ein­wurf des Frist­ver­län­ge­rungs­an­trags in den Gerichts­brief­kas­ten durch den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten bzw. die sich selbst ver­tre­ten­de Par­tei kann die Par­tei den Ver­lust des Antrags in der Sphä­re des Gerichts regel­mä­ßig nicht anders glaub­haft machen als durch die Glaub­haft­ma­chung des recht­zei­ti­gen Ein­wurfs in den Gerichts­brief­kas­ten.

Gerichts­brief­kas­ten – und der Ver­lust des Frist­ver­län­ge­rungs­an­trags

Dazu reicht es aus, wenn die Par­tei auf der Grund­la­ge einer aus sich her­aus ver­ständ­li­chen, geschlos­se­nen Schil­de­rung der tat­säch­li­chen Abläu­fe bis zum Ein­wurf glaub­haft macht, dass der Ver­lust mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit nicht in ihrem bzw. im Ver­ant­wor­tungs­be­reich ihres Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ein­ge­tre­ten ist 1.

Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te einer Par­tei muss dazu zwar kei­ne eigen­stän­di­ge eides­statt­li­che Ver­si­che­rung abge­ben und vor­le­gen wie bei der Glaub­haft­ma­chung durch eides­staat­li­che Ver­si­che­rung ande­rer Per­so­nen. Aus­rei­chend, aber auch erfor­der­lich ist, dass er die Rich­tig­keit sei­ner Anga­ben unter Bezug­nah­me auf sei­ne Stan­des­pflich­ten anwalt­lich ver­si­chert 2.

Das gilt auch für einen Rechts­an­walt, der sich selbst ver­tritt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2017 – V ZB 18/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 10. Sep- tem­ber 2015 – III ZB 56/​14, WM 2015, 2161 Rn. 14; vom 01.12 2015 – II ZB 7/​15, Jur­Bü­ro 2016, 446 15; und vom 02.02.2017 – VII ZB 41/​16, NJW-RR 2017, 627 Rn. 14; ähn­lich auch Bun­des­ge­richts­hof, Ver­säum­nis­ur­teil vom 17.02.2012 – V ZR 254/​10, NJW-RR 2012, 701 Rn. 9 und BGH, Urteil vom 31.05.2017 – VIII ZR 224/​1620 f.[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.07.2017 XII ZB 463/​16, Fam­RZ 2017, 1704 Rn. 14[]