Gerichts­kos­ten und Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung bei Mas­se­ar­mut

Reicht die Insol­venz­mas­se bei gewähr­ter Kos­ten­stun­dung nicht aus, um die Kos­ten des Insol­venz­ver­fah­rens zu decken, sind die Kos­ten nach dem Ver­hält­nis ihrer Beträ­ge zu berich­ti­gen; auf die Gerichts­kos­ten und die fest­ge­setz­te Ver­gü­tung des Insol­venz­ver­wal­ters ist die­sel­be Quo­te zu zah­len.

Gerichts­kos­ten und Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung bei Mas­se­ar­mut

Gemäß § 209 Abs. 1 InsO sind bei Mas­seun­zu­läng­lich­keit die Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten in der ange­ge­be­nen Rang­ord­nung zu berich­ti­gen, bei glei­chem Rang nach dem Ver­hält­nis ihrer Beträ­ge. Dies gilt auch bei gewähr­ter Ver­fah­rens­kos­ten­stun­dung und unter­las­se­ner Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit 1.

Im ers­ten Rang sind gemäß § 209 Abs. 1 Nr. 1 InsO die Kos­ten des Insol­venz­ver­fah­rens zu berich­ti­gen, wozu gemäß § 54 InsO die Gerichts­kos­ten und die Ver­gü­tung und Aus­la­gen des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters, des Insol­venz­ver­wal­ters und der Mit­glie­der des Gläu­bi­ger­aus­schus­ses gehö­ren.

Vor­lie­gend war weder ein vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter noch ein Gläu­bi­ger­aus­schuss bestellt wor­den. Die Gerichts­kos­ten und die rechts­kräf­tig fest­ge­setz­te Ver­gü­tung des Ver­wal­ters sind folg­lich mit glei­chen Quo­ten aus der unzu­läng­li­chen Mas­se zu befrie­di­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Febru­ar 2013 – IX ZB 175/​11

  1. BGH, Beschluss vom 19.11.2009 – IX ZB 261/​08, ZIP 2010, 145; vom 14.10.2010 – IX ZB 224/​08, ZIP 2010, 2252; vom 07.02.2013 – IX ZB 245/​11, Umdruck S. 12, zVb[]