Gerichts­stands­be­stim­mung – und die Zustän­dig­keit des Bun­des­ge­richts­hofs

Der Bun­des­ge­richts­hof bestimmt nach § 36 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 3 Satz 2 ZPO nur dann das zustän­di­ge Gericht, wenn sich ver­schie­de­ne Gerich­te, von denen eines für den Rechts­streit zustän­dig ist, rechts­kräf­tig für unzu­stän­dig erklärt haben, und das nach § 36 Abs. 2 ZPO an sich für die Gerichts­stands­be­stim­mung zustän­di­ge Ober­lan­des­ge­richt ihm die Sache vor­legt, weil es von der Ent­schei­dung eines ande­ren Ober­lan­des­ge­richts oder des Bun­des­ge­richts­hofs abwei­chen will.

Gerichts­stands­be­stim­mung – und die Zustän­dig­keit des Bun­des­ge­richts­hofs

Eine – regel­mä­ßig ledig­lich dekla­ra­to­ri­sche – Bestim­mung des zustän­di­gen Gerichts durch den Bun­des­ge­richts­hof oder einen ande­ren obers­ten Gerichts­hof des Bun­des kommt in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 36 ZPO dar­über hin­aus bei nega­ti­ven Kom­pe­tenz­kon­flik­ten zwi­schen Gerich­ten ver­schie­de­ner Rechts­we­ge in Betracht, wenn trotz eines nach § 17a GVG ergan­ge­nen und unan­fecht­bar gewor­de­nen Beschlus­ses, mit dem ein Gericht den beschrit­te­nen Rechts­weg für unzu­läs­sig erklärt und den Rechts­streit an ein ande­res Gericht ver­wie­sen hat, Zwei­fel an der bin­den­den Wir­kung der Ver­wei­sung auf­ge­kom­men sind und des­halb kei­nes der in Fra­ge kom­men­den Gerich­te bereit ist, die Sache zu bear­bei­ten [1].

Eine all­ge­mei­ne Zustän­dig­keit des Bun­des­ge­richts­hofs zur Zustän­dig­keits­be­stim­mung zur Wah­rung einer funk­tio­nie­ren­den Rechts­pfle­ge besteht dage­gen nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2018 – X ARZ 258/​18

  1. BGH, Beschluss vom 11.07.2017 – X ARZ 76/​17, WM 2017, 1755 Rn. 4; Beschluss vom 29.04.2014 – X ARZ 172/​14, NJW 2014, 2125 Rn. 5; Beschluss vom 14.05.2013 – X ARZ 167/​13, MDR 2013, 1242 Rn. 5 mwN[]