Gerichts­voll­zie­her­kos­ten – und das rich­ti­ge Rechts­mit­tel

Bei den Rechts­mit­teln ist zwi­schen der Kos­te­ner­in­ne­rung nach § 5 Absatz 2 Satz 1 GvKostG und der Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung nach § 766 ZPO zu unter­schei­den.

Gerichts­voll­zie­her­kos­ten – und das rich­ti­ge Rechts­mit­tel
  • Gegen­stand der Kos­te­ner­in­ne­rung ist, ob eine Gebühr zu Recht erho­ben wor­den ist;
  • bei der Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung nach § 766 ZPO ist die Art und Wei­se der Voll­stre­ckung gegen­ständ­lich 1

In der Lite­ra­tur ist zu Recht dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass die im Zen­trum der Aus­ein­an­der­set­zung der Betei­lig­ten ste­hen­de Pro­ble­ma­tik, ob bei § 802d Absatz 1 Satz 2 ZPO dem Fol­ge­gläu­bi­ger bei Bean­tra­gung einer Ver­mö­gens­aus­kunft obli­ga­to­risch die Abschrift erteilt wer­den muss oder der Gläu­bi­ger hier­auf ver­zich­ten kann, eine ver­fah­rens­recht­li­che und kei­ne kos­ten­recht­li­che Fra­ge ist 2.

Zur Klä­rung von Ver­fah­rens­fra­gen ist die Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung nach § 766 ZPO das nahe­lie­gen­de­re Rechts­mit­tel, zumal eine höchst­rich­ter­li­che Klä­rung durch den Bun­des­ge­richts­hof nur in die­sem Ver­fah­ren 2 und nicht im Kos­ten­an­satz­ver­fah­ren mög­lich ist 3.

Im hier vom Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he ent­schie­de­nen Fall hat der Rechts­bei­stand der Gläu­bi­ge­rin sein Rechts­mit­tel als Erin­ne­rung gegen die Art und Wei­se der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 766 ZPO bezeich­net. Sein Rechts­schutz­ziel hat er indes­sen dahin­ge­hend kon­kre­ti­siert, dass er die die Rück­zah­lung des aus Sicht der Gläu­bi­ge­rin zu viel erho­be­nen Betra­ges von 33 Euro ver­langt hat, was für eine Kos­te­ner­in­ne­rung spricht 4. Wei­ter­hin hat die Gläu­bi­ge­rin, nach­dem das Amts­ge­richt die Beschwer­de man­gels "einer gesi­cher­ten Recht­spre­chung zu der zu ent­schei­den­den Rechts­fra­ge" zuge­las­sen hat, in ihrer Beschwer­de­schrift aus­drück­lich die Zulas­sung der wei­te­ren Beschwer­de nach § 66 Absatz 4 GKG zum Ober­lan­des­ge­richt bean­tragt. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es für das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he nach revi­si­ons­recht­li­chen Grund­sät­zen nicht zu bean­stan­den, dass das Land­ge­richt die ver­fah­rens­ein­lei­ten­de Erin­ne­rung als Kos­te­ner­in­ne­rung nach § 5 Absatz 2 Satz 1 GvKostG gegen den gesam­ten Kos­ten­an­satz aus­ge­legt und das Beschwer­de­ver­fah­ren als Beschwer­de nach § 5 Absatz 2 Satz 2 GvKostG i.V.m. § 66 GKG behan­delt hat.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 25. August 2016 – 11 W 70/​16

  1. OLG Köln, Beschluss vom 18.11.2015 – 17 W 174/​15 1, 3[]
  2. Mroß, DGVZ 2014, 265[][]
  3. BGH, Beschlüs­se vom 11.09.2008 – I ZB 22/​07 7 ff; 1.10.2002 – IX ZB 271/​02 3 ff.[]
  4. OLG Köln, Beschluss vom 18.11.2015 – 17 W 174/​15 4[]