Gesetz­li­cher Rich­ter bei Rück­ver­wei­sung

Dass nach einer Rück­ver­wei­sung durch den Bun­des­ge­richts­hofs nun­mehr – anders als in dem ers­ten Beru­fungs­ver­fah­ren – nicht mehr der ursprüng­li­che, son­dern ein ande­rer nach der jet­zi­gen Geschäfts­ver­tei­lung zustän­di­ger Zivil­se­nat des Beru­fungs­ge­richts über die Beru­fung ent­schie­den hat, ist für den Bun­des­ge­richts­hof nicht zu bean­stan­den. Es ver­letzt weder den Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG noch besteht des­we­gen der abso­lu­te Revi­si­ons­grund des § 547 Nr. 1 ZPO.

Gesetz­li­cher Rich­ter bei Rück­ver­wei­sung

In den ent­schie­de­nen Ver­fah­ren hat­te der Bun­des­ge­richts­hof den Rechts­streit in einem ers­ten Revi­si­ons­ver­fah­ren zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Wel­cher Spruch­kör­per in sol­chen Fäl­len zustän­dig ist, bestimmt sich dann aus­schließ­lich nach der Geschäfts­ver­tei­lung des Beru­fungs­ge­richts [1]. Trotz der Ein­heit­lich­keit des Beru­fungs­ver­fah­rens bil­det das durch­ge­führ­te Revi­si­ons­ver­fah­ren eine Zäsur, vor deren Hin­ter­grund Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG weder eine per­so­nel­le Iden­ti­tät der erken­nen­den Rich­ter noch eine sol­che des Spruch­kör­pers ver­langt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Novem­ber 2010 – V ZR 181/​09

  1. vgl. nur RG, JW 1924, 965; Münch­Komm-ZPO/­Wen­zel, 3. Aufl., § 563 Rn. 3; Musielak/​Ball, ZPO, 7. Aufl., Rn. 5[]