Ghost­wri­ter macht Wer­bung mit "Markt­füh­rer"

Wer­bung als "Markt­füh­rer" ist einem Ghost­wri­ter nicht erlaubt. Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat nun einem Ghost­wri­ter unter­sagt, auf sei­ner Inter­net­sei­te damit zu wer­ben, dass er „einer der Markt­füh­rer“ im Bereich des wis­sen­schaft­li­chen Ghost­wri­tings sei.

Ghost­wri­ter macht Wer­bung mit

Der Beklag­te hat­te sich auf sei­ner Inter­net­sei­te als einer der Markt­füh­rer des wis­sen­schaft­li­chen Ghost­wri­tings prä­sen­tiert. So ver­langt er je nach Umfang etwa für eine Dis­ser­ta­ti­on zwi­schen 10.000 € und 20.000 €. Auf sei­ner Inter­net­sei­te hat­te der Beklag­te fer­ner dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Ange­bot sich nur auf wis­sen­schaft­li­che Tex­te für Übungs­zwe­cke bezie­he, die erstell­ten Arbei­ten nicht als eige­ne Prü­fungs­leis­tung bei einer Hoch­schu­le ein­ge­reicht wer­den dürf­ten.

Der Klä­ger, eben­falls Ghost­wri­ter, der auch die Erstel­lung ande­rer wis­sen­schaft­li­cher Tex­te für Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen anbie­tet, ist gegen die Behaup­tung vor­ge­gan­gen, der Beklag­te sei Markt­füh­rer. Der Beklag­te gehö­re weder nach Umsatz noch nach sei­nem Ange­bot zur Spit­zen­grup­pe. Das Land­ge­richt Wup­per­tal hat­te den Unter­las­sungs­an­trag zurück­ge­wie­sen 1.

Nun hat das Ober­lan­des­ge­richt ent­schie­den, das der Beklag­te die Wer­bung zu unter­las­sen habe. Der Beklag­te kön­ne schon des­halb nicht zu den Markt­füh­rern des wis­sen­schaft­li­chen Ghost­wri­tings gehö­ren, weil er aus­schließ­lich ver­bo­te­ne Dienst­leis­tun­gen, Abschluss­ar­bei­ten zum Erwerb aka­de­mi­scher Gra­de für Drit­te zu erstel­len, anbie­te. Der Hin­weis auf der Inter­net­sei­te, dass die Arbei­ten nur zu Übungs­zwe­cken ver­wen­det wer­den dürf­ten, sei ersicht­lich nicht ernst gemeint. Es sei lebens­fremd, dass jemand mehr als 10.000 € für einen blo­ßen Übungs­text zah­le.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 8.Februar 2011 – I‑20 U 116/​10

  1. LG Wupp­per­tal – 11 O 49/​10[]