Grund­schuld – und die Erwei­te­rung einer Siche­rungs­zwe­ck­er­klä­rung

Zweck­er­klä­run­gen, wel­che die Erwei­te­rung einer Siche­rungs­ver­ein­ba­rung zum Gegen­stand haben, kön­nen form­frei getrof­fen wer­den 1.

Grund­schuld – und die Erwei­te­rung einer Siche­rungs­zwe­ck­er­klä­rung

Die Auf­nah­me von Ansprü­chen Drit­ter in den Siche­rungs­zweck einer Grund­schuld ist recht­lich mög­lich und setzt nicht vor­aus, dass zwi­schen dem Grund­pfand­gläu­bi­ger und dem begüns­tig­ten Drit­ten ein wirk­sa­mer Treu­hand­ver­trag abge­schlos­sen wird.

Nach all­ge­mei­ner Mei­nung begrün­det jeder Ver­trag über die Bestel­lung einer nicht akzes­so­ri­schen fidu­zia­ri­schen Sicher­heit auch ohne aus­drück­li­che Ver­ein­ba­rung ein Treu­hand­ver­hält­nis. Dar­um kann der Schuld­ner den nicht valu­tier­ten Teil einer Grund­schuld in der Wei­se zur Kre­dit­be­schaf­fung nut­zen, dass er ihn sich von einem Kre­dit­ge­ber belei­hen lässt 2.

Die­se recht­li­che Wür­di­gung wider­spricht nicht der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zu Pool­si­cher­hei­ten in der Insol­venz 3. Die­ses Urteil stellt nicht den all­ge­mei­nen Rechts­satz auf, dass aus einer treu­hän­de­ri­schen Ver­wal­tung eines Siche­rungs­rechts kein eige­nes Recht auf abge­son­der­te Befrie­di­gung her­ge­lei­tet wer­den kann. In der dort ent­schie­de­nen Sache war die zur Siche­rung abge­tre­te­ne For­de­rung durch Zah­lung des Dritt­schuld­ners erlo­schen. Dem bloß schuld­recht­li­chen Anspruch kam infol­ge des Sicher­hei­ten­tauschs kei­ne Abson­de­rungs­kraft für die Ersatz­si­cher­heit zu. Dem­ge­gen­über ist im Streit­fall das Siche­rungs­recht nicht unter­ge­gan­gen, son­dern hat­te wei­ter­hin Bestand 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Mi 2014 – IX ZR 257/​13

  1. BGH, Urteil vom 21.02.2008 – IX ZR 255/​06, ZIP 2008, 703 Rn. 16[]
  2. BGH, Urteil vom 21.02.2008 – IX ZR 255/​06, ZIP 2008, 703 Rn. 16 ff[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 02.06.2005 – IX ZR 181/​03, ZIP 2005, 1651[]
  4. BGH, Urteil vom 21.02.2008, aaO Rn. 22[]