Grund­stücks­fi­nan­zie­rung bis End­al­ter 78

Ver­mit­telt ein Anla­ge­be­ra­ter eine Eigen­tums­woh­nung zum Zwe­cke der Alters­si­che­rung, so muss er den Käu­fer unmiss­ver­ständ­lich dar­auf hin­wei­sen, dass die­ser das zum Zwe­cke der Finan­zie­rung der gekauf­ten Eigen­tums­woh­nung auf­ge­nom­me­ne Dar­le­hen unter Berück­sich­ti­gung der vor­ge­se­he­nen End­fi­nan­zie­rung erst im Alter von 78 Jah­ren voll­stän­dig zurück­ge­zahlt haben wird.

Grund­stücks­fi­nan­zie­rung bis End­al­ter 78

Zwar ist gera­de bei einer Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung regel­mä­ßig mit lan­gen Rück­zah­lungs­lauf­zei­ten und auch damit zu rech­nen, dass sie 30 Jah­re und mehr errei­chen. Bei einer Eigen­tums­woh­nung, deren Erwerb der Alters­si­che­rung die­nen soll, rech­net ein ver­nünf­ti­ger Erwer­ber aber nicht damit, dass die vor­ge­schla­ge­ne Finan­zie­rung, wie hier, erst meh­re­re Jah­re nach Ein­tritt des Ren­ten­al­ters voll­stän­dig abge­schlos­sen ist. Denn sie führt dann nicht zu der in Aus­sicht gestell­ten zusätz­li­chen Alters­ver­sor­gung, son­dern im Gegen­teil zu einer Belas­tung, die gera­de ver­mie­den wer­den soll 1.

Dem Käu­fer steht daher ein Scha­dens­er­satz­an­spruch auf der Grund­la­ge von § 280 Abs. 1 BGB wegen der feh­ler­haf­ten Bera­tung zu 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Janu­ar 2014 – V ZR 108/​13

  1. vgl. OLG Cel­le, ZIP 2005, 199, 204; OLG Olden­burg, OLGR 2008, 104, 106[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2013 – V ZR 279/​11, WM 2013, 839[]