Haf­tungs­aus­schluss und arg­lis­ti­ges Ver­schwei­gen

Haben die Par­tei­en einen Haf­tungs­aus­schluss ver­ein­bart, trägt der Käu­fer nach § 444 BGB grund­sätz­lich die Dar­le­gungs- und Beweis­last für das Vor­lie­gen sämt­li­cher Umstän­de, die den Arg­list­tat­be­stand aus­fül­len, wozu bei einer Täu­schung durch Ver­schwei­gen auch die feh­len­de Offen­ba­rung gehört. Da es sich bei der unter­blie­be­nen Offen­ba­rung um eine nega­ti­ve Tat­sa­che han­delt, kom­men dem Käu­fer Erleich­te­run­gen nach den Grund­sät­zen der sekun­dä­ren Dar­le­gungs­last zugu­te.

Haf­tungs­aus­schluss und arg­lis­ti­ges Ver­schwei­gen

Wen­det der Ver­käu­fer gegen die behaup­te­te arg­lis­ti­ge Täu­schung ein, er sei davon aus­ge­gan­gen, der Käu­fer sei über den Man­gel bereits auf­ge­klärt wor­den, trifft ihn auch inso­weit eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last; dage­gen trägt er die vol­le Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Behaup­tung, der Käu­fer habe Kennt­nis von dem Man­gel unab­hän­gig von einer ihm, dem Ver­käu­fer, zure­chen­ba­ren Auf­klä­rung erlangt (§ 442 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Novem­ber 2010 – V ZR 181/​09